Leistungsanalyse: Bewertung der betrieblichen Leistungen
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Die Leistungsanalyse untersucht den Output einer Organisation und bildet damit das notwendige Pendant zur Kostenanalyse. Sie ermöglicht dem Management, festzustellen, ob die Wirtschaftlichkeitsziele erreicht wurden, indem sie Leistungsvolumen, -programm, -intensität und -qualität misst. Durch die Unterscheidung zwischen Effektivität (Zielerreichung) und Effizienz (Verhältnis von Input zu Output) erhalten Unternehmen eine fundierte Basis für die zielorientierte Steuerung ihrer Leistungspotenziale.
Die wichtigsten Punkte:
- Die Leistungsanalyse bewertet den Output, während die Kostenrechnung den Input betrachtet.
- Vier zentrale Bereiche stehen im Fokus: Leistungsvolumen, Leistungsprogramm, Leistungsintensität und Leistungsqualität.
- Effektivität misst den Zielerreichungsgrad, Effizienz das Verhältnis von Aufwand zu Ergebnis.
- Leistungsarten werden in Absatzleistungen (extern) und innerbetriebliche Leistungen (intern) unterteilt.
- Leistungsstellen wie Vertriebsabteilungen oder Service Center müssen durch geeignete Verrechnungspreise bewertet werden.

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Wie bewerten Unternehmen ihre betrieblichen Leistungen richtig?
Ziel und Gegenstand der Leistungsanalyse
Während die Kostenrechnung sich mit dem Wert der in einer Periode eingesetzten betrieblichen Ressourcen (Input) befasst, steht bei der Leistungsrechnung die Bewertung der betrieblichen Leistungen (Output) im Vordergrund. Beide ergänzen sich da, wo das Bemühen um Kostensenkung zugleich mit der Leistungsseite des Unternehmens abgestimmt werden muss, weil beispielsweise zugleich eine Anpassung des Leistungsumfangs oder eine Leistungssteigerung erforderlich ist.
Mit einer Leistungsanalyse wird die Performance einer Untersuchungseinheit gemessen. Dabei stehen die folgenden Analysebereiche im Mittelpunkt:
- das Leistungsvolumen,
- das Leistungsprogramm,
- die Leistungsintensität und
- die Leistungsqualität.
Bei der Messung des Leistungsvolumens wird die mengenmässige Leistung erfasst und beurteilt. Die Messung des Leistungsprogramms fokussiert dagegen auf den Umfang der Leistungsarten. Die Leistungsintensität …. und die Leistungsqualität bewertet die Qualität der abgegebenen Leistungseinheiten und befasst sich zugleich mit der Vermeidung von Qualitätsdefiziten.
Die Leistungsmessung (Performance measurement) erfolgt zumeist im Hinblick auf die zwei Kriterien Effektivität und Effizienz:
Die Effektivität einer Leistung beschreibt das Verhältnis zwischen Zielerreichung und Zielvorgabe. Sie charakterisiert den Zielerreichungsgrad hinsichtlich einer festgelegten Zielvereinbarung und unter Bezug auf ein bestimmtes Objekt (z.B. den Leistungsgrad eines Vertriebsteams).
Die Effizienz einer Leistung bezeichnet das Verhältnis von Input zu Output. So beschreibt der Mittelaufwand im Verhältnis zum erreichten Zielniveau die Effizienz eines Messobjekts. In Zusammenhang mit der Leistungsmessung beschreibt Effizienz die Wirtschaftlichkeit der Umsetzung von Aktivitäten der Leistungserbringung (z.B. Anzahl Behebungen von Störungen im Verhältnis zur Anzahl Servicetechnikern).
Zur Leistungsanalyse werden Leistungsindikatoren bzw. -kennzahlen eingesetzt, die dazu dienen, die Effektivität und Effizienz der Leistung unterschiedlicher Betrachtungsobjekte zu quantifizieren und zu bewerten.
Checkliste
- Definieren Sie klar die Zielvorgaben und Messobjekte für Ihre Organisation.
- Unterscheiden Sie zwischen externen Absatzleistungen und internen Eigenleistungen.
- Erfassen Sie das mengenmässige Leistungsvolumen Ihrer kritischen Prozesse.
- Analysieren Sie die Zusammensetzung Ihres aktuellen Leistungsprogramms.
- Bewerten Sie die Intensität der Leistungserstellung in Bezug auf eingesetzte Ressourcen.
- Prüfen Sie die Qualität der abgegebenen Leistungseinheiten auf Defizite.
- Berechnen Sie die Effektivität durch den Vergleich von Zielerreichung und Zielvorgabe.
- Ermitteln Sie die Effizienz mittels des Verhältnisses von Input zu Output.
- Leiten Sie für innerbetriebliche Leistungen angemessene Verrechnungspreise ab.
- Nutzen Sie die Ergebnisse zur kontinuierlichen Überwachung und Steuerung der Leistungspotenziale.
Leistungsarten und Leistungsstellen
Im Hinblick auf die Leistungsanalyse einer Organisation ist zunächst zu fragen, welche Arten von Leistungen erbracht werden. So kann die Gesamtleistung einer Organisation grundsätzlich in Absatzleistungen (dies sind Leistungen gegenüber externen Kunden) und innerbetriebliche Leistungen unterschieden werden. Die Absatzleistung wurde vom Unternehmen in der Periode entweder bereits verkauft oder aber ihr Verkauf ist unmittelbar zu erwarten, weshalb sie zuvor z.B. als Bestandserhöhung an unfertigen oder fertigen Produkte oder als noch nicht abgerechnete Dienstleistung der betrieblichen Gesamtleistung erfasst werden. Die innerbetrieblichen Leistungen werden in aktivierungsfähige Eigenleistungen sowie in nicht aktivierungsfähige Eigenleistungen unterschieden. Letztere werden regelmässig durch eine Kostengutschrift im Rahmen der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung an die leistende Organisationseinheit (i.d.R. eine Kostenstelle) erfasst. Die nachfolgende Abbildung illustriert die Systematik der zuvor genannten Leistungsarten als Bestandteile der betrieblichen Gesamtleistung:
Abbildung 1: Systematik der Leistungsarten
Mit einer Leistungsanalyse wird erst die Voraussetzung geschaffen, eine zielorientierte Steuerung des fixkostenverursachenden Leistungspotenzials einer Organisation zu erreichen. Sofern Kostenstellen in einer Organisation auch Bearbeitungskapazitäten zur Verfügung stellen, bilden sie ebenfalls Leistungsstellen, wie z.B. Vertriebsstellen, die Absatzleistungen vollbringen oder Service Center, die ihre Leistungen als interne Leistungsstellen an andere Kostenstellen abgeben. So gibt in vielen Produktionsunternehmen beispielsweise eine Reparatur- und Instandhaltungsstelle ihre Dienstleistungen an eine oder mehrere leistungsbeziehende Fertigungskostenstellen ab, wofür sie innerhalb der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung eine Kostengutschrift erhält, die sich in Abhängigkeit von der geleisteten Arbeitszeit und einem Tarif- bzw. Kostenfaktor je Zeiteinheit bemisst. Zur Bewertung des Leistungspotentials solcher unterstützender Organisationseinheiten, zu denen z.B. auch eine zentrale Instandhaltung gehört, müssen geeignete Wertansätze in Form von leistungsorientierten Verrechnungspreisen für innerbetriebliche Einsatzleistungen angewendet werden.
Die Leistungsanalyse und Leistungsmessung von Dienstleistungen ermöglicht die kontinuierliche Überwachung der Effektivität und Effizienz des Leistungserbringungsprozesses. Durch die Operationalisierung der Leistungserstellung können somit die (messbaren) Anforderungen an einen Dienstleister klar definiert und kontinuierlich überwacht werden.
FAQ: Leistungsanalyse
Was ist der Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz?
Effektivität beschreibt das Verhältnis zwischen Zielerreichung und Zielvorgabe, also ob das richtige Ziel erreicht wurde. Effizienz bezeichnet das Verhältnis von Input zu Output, also wie wirtschaftlich die Umsetzung erfolgte.
Welche Leistungsarten müssen in der Analyse berücksichtigt werden?
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Absatzleistungen, die externen Kunden gegenüber erbracht werden, und innerbetrieblichen Leistungen, die zwischen verschiedenen Organisationseinheiten verrechnet werden.
Warum sind innerbetriebliche Leistungen wichtig für die Leistungsanalyse?
Innerbetriebliche Leistungen, wie sie etwa Service Center oder Instandhaltungsstellen erbringen, stellen oft erhebliche Kostenstellen dar. Ihre korrekte Bewertung durch leistungsorientierte Verrechnungspreise ist essenziell, um das Leistungspotenzial der gesamten Organisation zu steuern.
Wie kann die Leistungsanalyse bei Dienstleistungen angewendet werden?
Bei Dienstleistungen ermöglicht die Analyse die Operationalisierung und kontinuierliche Überwachung der Leistungserstellungsprozesse, sodass messbare Anforderungen an den Dienstleister klar definiert und verfolgt werden können.
Welche Rolle spielen Leistungsstellen in der Analyse?
Leistungsstellen sind Organisationseinheiten, die Bearbeitungskapazitäten bereitstellen, wie Vertriebsstellen oder Fertigungsbereiche. Sie bilden die Grundlage, um Leistungen spezifischen Bereichen zuzuordnen und deren Effizienz zu bewerten.