10.08.2017

Psychologie der Kleidung: Diese Botschaften sendet Ihre Kleidung

Kleider machen Leute – das ist mehr als nur ein altes Sprichwort. Mit der Kleidung, die Sie tragen, senden Sie nämlich Signale an Ihre Außenwelt. Farben, Stoffe, Kleidungsstile- oder -schnitte – all diese Faktoren vermitteln Ihrem Gegenüber einen Eindruck. Sich einem Anlass entsprechend zu kleiden, ist also mehr als eine Frage modischer Präferenzen: Es ist eine Wissenschaft für sich. Welche Wirkung entfaltet Kleidung im positiven Sinne? Und wie können Sie diese Wirkung im Geschäftsleben für sich nutzen?

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Psychologie der Kleidung

Bildrechte: Flickr Man in Suit Amtec Staffing CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Die Macht der Farben

Eine gute und klare Kommunikation hat im Business-Kontext oberste Priorität. Das bezieht sich nicht nur auf die verbale Komponente, sondern auch auf die Signale, die Sie mit Ihrem Auftritt an Kollegen und Geschäftspartner senden: Schon bevor Sie auch nur ein Wort gesagt haben, geben Sie mit Ihrer Kleidung ein Statement zu Ihrer Persönlichkeit ab und wecken bestimmte Erwartungshaltungen. Warum das von Bedeutung ist? Studien zufolge prägt die äußere Erscheinung zusammen mit der Körpersprache 75% des ersten Eindrucks.

Ein wichtiger Faktor dafür, wie Sie auf andere wirken, ist die Farbwahl. Wer sich das Angebot von Online-Modehäusern ansieht, stellt schnell fest: in farblicher Hinsicht ist alles möglich – aber ist auch alles ratsam? Die Antwort darauf ist ein klares "Nein". Und das hat weniger mit dem diffusen Kriterium "Modegeschmack" zu tun als vielmehr mit handfester Wissenschaft. Männer, die rote Kleidung tragen, wirken laut einer britischen Studie beispielsweise auf andere aggressiv. Frauen in Rot werden – insbesondere von anderen Frauen – mit wenig schmeichelhaften Attributen wie Untreue in Verbindung gebracht.

Angesichts solch unterbewusster Wertesysteme hilft es auch nicht, dass Sportler, die rote Trikots tragen, einer weiteren Studie zufolge überdurchschnittlich erfolgreich sind – auf den Berufsalltag von Fach- und Führungskräften lässt sich diese Erfolgsformel nicht übertragen.

Ebenso wenig ist es ratsam, im Business-Kontext Textilien in Braun oder Pink zu tragen: Braun weckt oft unschöne Assoziationen, außerdem werden Braun-Träger von ihren Mitmenschen als schüchterne Langweiler eingestuft. Eine auf andere Art und Weise negative Außenwirkung haftet pinker Kleidung an: In puncto Intelligenz, Seriosität und Ernsthaftigkeit steht sie in der Fremdwahrnehmung so schlecht dar wie keine andere Farbe. Ganz vorn in diesem Ranking tauchen Schwarz, Blau und Weiß auf – mit diesen Farben sind Sie auf der sicheren Seite. Das hängt auch mit gängigen Konventionen zusammen: Grelle Farben wie Pink, Orange oder Gelb sind im Businessbereich nicht üblich und wirken auch deshalb schon mit großer Wahrscheinlichkeit deplatziert und unprofessionell – auch weil der Eindruck entstehen kann, dass Sie durch eine solche Farbwahl ablenken wollen. Wovon? Das liegt, wie so vieles, im Auge des Betrachters.

Casual Dresscode vs. Kostüm

Die Welt der Farben stellt also einen wichtigen Bereich in der Psychologie der Kleidung dar, ist aber beileibe nicht der einzige. Einen ähnlich großen Einfluss darauf, wie andere Sie wahrnehmen, hat Ihr Kleidungsstil. Auch hier spielen Konventionen eine wichtige Rolle – im Business-Meeting machen Führungskräfte wie Mitarbeiter deshalb mit Anzug, Hemd und Krawatte beziehungsweise Kostüm, Bluse und Tuch vieles richtig. Zwar existiert in vielen Firmen mittlerweile ein weniger strikter Dresscode, je nach Anlass sollte man jedoch auf die Kleidungsprivilegien, die etwa ein "Casual Friday" mit sich bringt, bewusst und freiwillig verzichten.

Denn Jeans und Sneakers mögen zwar bequem und modisch sein, entfalten aber längst nicht die gleiche Signalwirkung wie klassische Businesskleidung: Wer einen Anzug trägt, wirkt automatisch kompetent. Das ist zwar eine stereotypische Einschätzung, aber es spricht nichts dagegen, diese für sich zu nutzen. Gerade bei ersten Begegnungen mit wichtigen Geschäftspartnern oder Situationen wie einem Vorstellungsgespräch kann sich diese Wirkung als besonders wertvoll erweisen – den ersten Eindruck betreffend, gibt es nun einmal keine zweite Chance.

Mit bestimmten Mustern auf der Kleidung lässt sich dieser Ersteindruck gekonnt feinjustieren: So stehen gerade Linien, etwa in Form von diagonal angeordneten Streifen als Krawattenmuster – so banal das auch klingt – für Gradlinigkeit, gleichzeitig aber auch für Dynamik. Runde Formen hingegen wirken "entschärfend" und vermitteln einen weniger strengen Eindruck – je nach Anlass kann auch dies eine gute Wahl sein.

Das unterbewusste Spiegelbild

Das ist aber längst noch nicht alles. Die Psychologie der Kleidung betrifft nämlich nicht nur, wie Sie auf andere Menschen wirken, sondern wie Sie sich selbst wahrnehmen – die Wahl der eigenen Business-Garderobe beeinflusst sowohl Ihr Selbstbild als auch Ihre Leistungsfähigkeit im Job. Das klingt zunächst erstaunlich, es gibt jedoch zahlreiche Studien, bei denen Wissenschaftler zu dieser Erkenntnis kamen. Denken Sie zum Beispiel daran, dass Sportler in roten Trikots besonders erfolgreich sind: Die Farbe wirkt sich der zugrundeliegenden Studie zufolge bereits im Vorfeld des Wettkampfs leistungssteigernd auf Kraft und Herzfrequenz aus.

Einen anderen, im geschäftlichen Kontext brauchbareren, positiven Effekt auf die eigenen Fähigkeiten hat Businesskleidung: Wer etwa einen Anzug oder ein Kostüm trägt, kann laut einer Studie der California State University ganzheitlicher und abstrakter denken als in informeller Kleidung. Zum gleichen Ergebnis kamen Forscher der University of Michigan im Rahmen eines ähnlichen Experiments. Die Wissenschaftler machen dafür ebenfalls die Assoziationen, die mit Businesskleidung einhergehen, verantwortlich.

Die Psychologie der Kleidung ist also vielschichtig – und ein Faktor, der im Geschäftsleben nicht zu unterschätzen ist. Nutzen Sie dieses Wissen zu Ihrem Vorteil und optimieren Sie mit der Wahl der richtigen Kleidung Ihre Außen- und Selbstwahrnehmung.

 

 

 

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