Aggressives Mitarbeiterverhalten im Team: 3 Tipps sorgen für ein gutes Miteinander

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Aggressives Verhalten im Team reicht von lautem Schreien und Unterbrechen bis hin zu passiv-aggressiven Formen wie Nörgeln oder dem Verschleppen von Deadlines. Diese Verhaltensweisen führen zu Spannungen und einem schlechten Betriebsklima, da die Wahrnehmung oft subjektiv ist und Konflikte blockiert. Um die Arbeitsatmosphäre zu verbessern, sind drei zentrale Massnahmen erforderlich: die Definition und Überprüfung von Teamregeln, das gezielte Ent-Spiegeln aggressiver Signale und der Einsatz gewaltfreier Kommunikation.

Die wichtigsten Punkte:

  • Aggressives Verhalten zeigt sich sowohl aktiv (Schreien, Drohgebärden) als auch passiv (Nörgeln, Ignorieren).
  • Subjektive Wahrnehmungen erschweren oft die Lösung von Konflikten im Team.
  • Regelmässige Überprüfung und Anpassung von Teamregeln schaffen klare Orientierung.
  • Durch das Ent-Spiegeln (leiser sprechen, zurücktreten) lässt sich die Eskalation stoppen.
  • Gewaltfreie Kommunikation hilft, Bedürfnisse zu klären und Empathie herzustellen.
22.07.2026 Von: Brigitte Miller
Aggressives Mitarbeiterverhalten im Team

Wie gehen Teams in der Schweiz konstruktiv mit aggressivem Mitarbeiterverhalten um?

Aggressives Mitarbeiterverhalten sorgt im Team für viele Reaktionen. Keine fördern ein gutes Miteinander. Aggressives Mitarbeiterverhalten im Team kann zu Spannungen, Unsicherheiten und einem schlechten Betriebsklima führen. 3 Tipps verbessern die Arbeitsatmosphäre.

Aggressives Verhalten: Vielschichtig, komplex und unterschiedlich bewertet

Jedes Miteinander ist geprägt von zwischenmenschlichen Interaktionen. Manche verlaufen harmonisch. Einige lösen Spannungen aus. Andere werden als störend und aggressiv empfunden – wie beispielsweise

  • Unterbrechen
  • lautes Kommunizieren bis hin zum Schreien
  • nonverbale Signale wie Hand ballen, Türe schlagen
  • Drohgebärden, verbal und nonverbal
  • Sarkasmus
  • Ignorieren
  • verbale Angriffe wie demütigen, beleidigen und lächerlich machen
  • nicht zuhören

aber auch in passiv-aggressiver Form - wie:

  • Nörgeln
  • sich beklagen
  • lästern
  • Deadlines verschleppen
  • Absprachen vergessen
  • Schuldgefühle erzeugen

Aggressives Mitarbeiterverhalten im Team wird in seiner Vielschichtigkeit jedoch selten komplett wahrgenommen. Vielmehr liegt der Fokus auf einzelnen Facetten, die jedem spontan einfallen, der aggressives Mitarbeiterverhalten beschreiben soll – wie beispielsweise, dass der Kollege laut wird und einen unterbricht. Nur selbst diese Wahrnehmung variiert von Teammitglied zu Teammitglied. Was der eine als aggressives Verhalten definiert, bewertet der andere als selbstbewusstes Auftreten. Solch eine unterschiedliche Wahrnehmung und Bewertung blockiert jedoch oft genug die (Auf-)Lösung der Konflikte.

Aggressives Mitarbeiterverhalten im Team: 3 Tipps für einen positiven Umgang

Aus all diesen Gründen fällt es dem Teamsprecher und den Teammitgliedern oftmals so schwer, einen guten Umgang mit aggressivem Mitarbeiterverhalten zu finden. Es werden zu viele (Verhaltens-)Ebenen angesprochen. All diese Ebenen sollten jedoch berücksichtigt werden, um ein Miteinander im Team zu gestalten.

Tipp 1: Regeln aufstellen

Regeln bieten Orientierung im Miteinander. Deshalb sollte das Team nicht allein bei der Teambildung eigene Regeln für die Teamarbeit definieren – wie beispielsweise «Wir behandeln uns mit Respekt». Vielmehr gilt es, regelmässig die Regeln zu überprüfen und eventuell zu erneuern – gerade beim Auftreten von aggressivem Mitarbeiterverhalten, das ein Indiz ist, dass einige Regeln nicht nachhaltig greifen.

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Da die Arbeitsatmosphäre nach dem Ereignis emotional aufgeladen ist, benötigt der Teamsprecher Fingerspitzengefühl, um die Diskussion über die Teamregeln zu leiten. Gegenseitige Vorwürfe sind zu unterlassen. Am besten beschreibt der Teamsprecher kurz den Vorfall, um sofort mit gezieltem Nachfragen den Fokus des Teams zu lenken und Aggressives Mitarbeiterverhalten im Team zu unterbinden.

  • Haben wir eine Teamregel definiert, die durch dieses Verhalten ignoriert wurde? Auf welche Art wurde von dieser Regel abgerückt?
  • Ist die Regel präzise und konkret? Lädt sie zum Handeln ein? Kann sie mühelos verstanden und angewandt werden?
  • Wie können wir zukünftig besser darauf achten, dass der Regel gefolgt wird? Was heisst dies konkret für unser Verhalten und unser Miteinander? Was darf sein? Was nicht? Wie können Missachtungen angesprochen und korrigiert werden?
  • Oder offenbart das Verhalten, das wir eine weitere Regel benötigen?
  • Welche Aussagen und/oder Formulierungen wollen wir in diese neue Regel aufnehmen?

Checkliste

  • Erkennen Sie aktiv und passiv-aggressive Signale im Team (z. B. Lautstärke, Sarkasmus, Deadlines verschleppen).
  • Prüfen Sie, ob bestehende Teamregeln (z. B. «Wir behandeln uns mit Respekt») aktuell noch greifen.
  • Leiten Sie eine Diskussion über die Regeln ein, sobald ein Vorfall aufgetreten ist, ohne gegenseitige Vorwürfe.
  • Formulieren Sie konkrete Fragen zur Regelklarheit und zur Umsetzung im Alltag.
  • Nutzen Sie beim Gespräch das Ent-Spiegeln: Senken Sie die Lautstärke und verlangsamen Sie das Sprechtempo.
  • Vermeiden Sie es, den Tonfall oder die Körpersprache des aggressiven Gegenübers zu imitieren.
  • Lenken Sie den Blickkontakt sanft ab, ohne den Kopf unterwürfig zu senken.
  • Sprechen Sie eigene Wahrnehmungen und Bedürfnisse aus, statt den Kollegen zu verurteilen.
  • Fordern Sie den Kollegen höflich auf, den Ärger in einem ruhigen Tonfall zu erläutern.
  • Dokumentieren Sie neue Vereinbarungen und vereinbaren Sie einen Termin zur erneuten Überprüfung.

Tipp 2: Aggressivität ent-spiegeln

Ein kommunikativer Trick ist das Spiegeln der nonverbalen Signale. Beim Spiegeln werden einzelne Elemente der Körpersprache des Gesprächspartners gespiegelt – wie z.B. der Tonfall. Bei aggressivem Verhalten wäre dieser Kniff in seiner ursprünglichen Form kontraproduktiv. Deshalb ent-spiegeln Sie. Senden Sie nonverbale Signale, die der Körpersprache des anderen widersprechen

  • Zurücktreten. Entfernen Sie sich ein oder zwei Schritte. Oder lehnen Sie sich, falls Sie sitzen, im Stuhl zurück.
  • Lautstärke senken. Sprechen Sie leiser.
  • Blick ausweichen. Fixieren Sie einen Punkt neben dem Kollegen, ohne jedoch den Kopf (unterwürfig) zu senken.
  • Langsamer sprechen. Drosseln Sie das Sprachtempo.
  • Ruhiger Tonfall. Modulieren Sie Ihren Tonfall. Sprechen Sie mit einer ruhigen, sachlichen Betonung.

Tipp 3: Gewaltfrei kommunizieren

Aggressives Mitarbeiterverhalten im Team triggert oft Wut, Scham und Schuldzuweisungen, die sich verbal in typischen Reaktionen äussern. Der Kollege wird verurteilt. Sie selbst fühlen sich als Opfer und Sie «schlagen» zurück, indem Sie drohen oder den anderen anklagen. Verständliche, aber vor allem erlernte Reaktionen, bei denen sich alle Beteiligten emotional «hochschaukeln».

Die gewaltfreie Kommunikation steuert einen anderen Reaktionsmodus an. Ziel ist es, die eigenen Bedürfnisse, als auch die Bedürfnisse des aggressiven Kollegen zu klären. Zeigen Sie Empathie. Sprechen Sie an, was Sie bei sich und bei dem Kollegen wahrnehmen.

«Nach deiner Lautstärke zu schliessen, hat dich etwas verärgert. Damit ich deinen Ärger verstehen kann, willst du es mir in einem ruhigen Tonfall erläutern? Dann fühle ich mich auch nicht länger angegriffen.»

FAQ: Aggressives Mitarbeiterverhalten im Team

Wie unterscheidet sich aggressives Verhalten von selbstbewusstem Auftreten?

Die Bewertung ist oft subjektiv und variiert von Teammitglied zu Teammitglied. Was der eine als aggressiv empfindet, hält der andere für selbstbewusst. Diese unterschiedliche Wahrnehmung kann die Konfliktlösung blockieren, weshalb klare Regeln und gemeinsame Definitionen notwendig sind.

Was bedeutet «Ent-Spiegeln» im Konfliktgespräch?

Ent-Spiegeln ist das Gegenteil des üblichen Spiegeleffekts. Statt den aggressiven Tonfall oder die Körpersprache zu imitieren, senden Sie bewusst entgegengesetzte Signale: Sie werden leiser, sprechen langsamer, treten zurück und modulieren Ihren Tonfall ruhig und sachlich.

Warum sind Teamregeln wichtig bei aggressivem Verhalten?

Regeln bieten Orientierung und Sicherheit. Wenn aggressives Verhalten auftritt, ist dies oft ein Indiz dafür, dass bestehende Regeln nicht nachhaltig greifen oder fehlen. Eine regelmässige Überprüfung und Anpassung dieser Regeln hilft, Missachtungen zu korrigieren und das Miteinander zu verbessern.

Wie kann gewaltfreie Kommunikation in einer hitzigen Situation helfen?

Sie verhindert, dass sich alle Beteiligten emotional hochschaukeln. Statt zu drohen oder anzuklagen, klären Sie die eigenen Bedürfnisse und zeigen Empathie für den Kollegen. Dies schafft Raum, um den Ärger des anderen in einem ruhigen Tonfall zu verstehen und zu lösen.

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