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Schwierige Gespräche führen: Umgang mit psychisch erkrankten Mitarbeitenden

Auch wenn man nicht gerne darüber spricht: viele Menschen leiden an psychischen Beeinträchtigungen. In Umfragen und Studien wird deren Anteil an der Bevölkerung auf 25–30% geschätzt; bei 3 von 4 wäre eine Therapie angesagt – die oft nicht stattfindet. Knapp die Hälfte der Neuanmeldungen bei den IV-Stellen beruht auf psychischen Erkrankungen. Erfahren Sie mehr, wie Sie als HR-Ansprechperson schwierige Gespräche aufgrund psychischer Erkrankungen führen könnten.

22.02.2022 Von: Dr. med. Rolf Victor Heim, Dr. rer. soc. Carin Mussmann
Schwierige Gespräche führen

Schwer verständliche Symptome

Im Arbeitsalltag bedeuten psychische Beeinträchtigungen in erster Linie erschwerte Kommunikation mit den Betroffenen sowie reduzierte Arbeitsleistung und Zuverlässig­keit. Die Konsequenzen sind stärkere Belastung der Kollegen (emotional und bezüglich Arbeitsvolumen), Mehraufwand bei Vorgesetzten (falls sie ihre Führungsaufgabe wahrnehmen) wie auch beim HR. Entsprechend ist die Devise klar: Bei Veränderungen gilt es, diese so rasch wie möglich anzusprechen. Viele Vorgesetzte oder HR-Fachleute haben Angst, etwas Falsches zu sagen – und sind sich dabei nicht bewusst, dass ihr Nicht-Handeln sie teuer zu stehen kommen kann.

Über psychische Krankheiten oder Beeinträchtigungen wird im Alltag oft sehr emotional diskutiert. Die Symptome sind für Laien wenig messbar und kaum begreifbar. Man sieht die Krankheit den Betroffenen von aussen in der Regel nicht an, oft wissen diese selbst nicht, woher sie kommt. Ganz zu schweigen davon, wie sie damit umgehen sollen. Generell gilt für psychische Krankheiten: Betroffene und deren Umgebung (auch Personalfachleute und Vorgesetzte), oft sogar Ärzte und Therapeuten sind überfordert. Entsprechend reagieren die meisten Menschen ganz typisch darauf: mit Verdrängung.

Ursache

Als Grundlage für das Verständnis von psychiatrischen Krankheitsbildern dient das Wissen über mögliche Störungen. Natürlich geht es hier nicht um einen Kurzlehrgang in Psychologie. Um aber Veränderungen bei Mitarbeitenden erkennen zu können, hilft es, wenn man eine Idee hat, worauf zu achten ist. Darum werden im Folgenden einige psychische Funktionen mit ihren möglichen Störungen umrissen, die am Arbeitsplatz von Bedeutung sind und die Sie beobachten können.

Der Einfachheit halber unterscheiden wir zwischen aktiven und passiven psychischen Funktionen. Aktiv im Sinne von produktiv sind Denken, Fühlen und (Sozial-)Verhalten resp. Handlungsimpulse (Antrieb).

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