17.01.2017

Aggressives Mitarbeiterverhalten im Team: 3 Tipps sorgen für ein gutes Miteinander

Aggressives Mitarbeiterverhalten sorgt im Team für viele Reaktionen. Keine fördern ein gutes Miteinander. 3 Tipps verbessern die Arbeitsatmosphäre.

Von: Brigitte Miller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Aggressives Verhalten: Vielschichtig, komplex und unterschiedlich bewertet

Jedes Miteinander ist geprägt von zwischenmenschlichen Interaktionen. Manche verlaufen harmonisch. Einige lösen Spannungen aus. Andere werden als störend und aggressiv empfunden – wie beispielsweise

 

 

  • Unterbrechen
  • lautes Kommunizieren bis hin zum Schreien
  • nonverbale Signale wie Hand ballen, Türe schlagen
  • Drohgebärden, verbal und nonverbal
  • Sarkasmus
  • Ignorieren
  • verbale Angriffe wie demütigen, beleidigen und lächerlich machen
  • nicht zuhören

aber auch in passiv-aggressiver Form - wie:

  • Nörgeln
  • sich beklagen
  • lästern
  • Deadlines verschleppen
  • Absprachen vergessen
  • Schuldgefühle erzeugen

Aggressives Verhalten wird in seiner Vielschichtigkeit jedoch selten komplett wahrgenommen. Vielmehr liegt der Fokus auf einzelnen Facetten, die jedem spontan einfallen, der aggressives Mitarbeiterverhalten beschreiben soll – wie beispielsweise, dass der Kollege laut wird und einen unterbricht. Nur selbst diese Wahrnehmung variiert von Teammitglied zu Teammitglied. Was der eine als aggressives Verhalten definiert, bewertet der andere als selbstbewusstes Auftreten. Solch eine unterschiedliche Wahrnehmung und Bewertung blockiert jedoch oft genug die (Auf-)Lösung der Konflikte.

Aggressives Mitarbeiterverhalten im Team: 3 Tipps für einen positiven Umgang

Aus all diesen Gründen fällt es dem Teamsprecher und den Teammitgliedern oftmals so schwer, einen guten Umgang mit aggressivem Mitarbeiterverhalten zu finden. Es werden zu viele (Verhaltens-)Ebenen angesprochen. All diese Ebenen sollten jedoch berücksichtigt werden, um ein Miteinander im Team zu gestalten.

Tipp 1: Regeln aufstellen

Regeln bieten Orientierung im Miteinander. Deshalb sollte das Team nicht allein bei der Teambildung eigene Regeln für die Teamarbeit definieren – wie beispielsweise «Wir behandeln uns mit Respekt». Vielmehr gilt es, regelmässig die Regeln zu überprüfen und eventuell zu erneuern – gerade beim Auftreten von aggressivem Mitarbeiterverhalten, das ein Indiz ist, dass einige Regeln nicht nachhaltig greifen.

Da die Arbeitsatmosphäre nach dem Ereignis emotional aufgeladen ist, benötigt der Teamsprecher Fingerspitzengefühl, um die Diskussion über die Teamregeln zu leiten. Gegenseitige Vorwürfe sind zu unterlassen. Am besten beschreibt der Teamsprecher kurz den Vorfall, um sofort mit gezieltem Nachfragen den Fokus des Teams zu lenken.

  • Haben wir eine Teamregel definiert, die durch dieses Verhalten ignoriert wurde? Auf welche Art wurde von dieser Regel abgerückt?
  • Ist die Regel präzise und konkret? Lädt sie zum Handeln ein? Kann sie mühelos verstanden und angewandt werden?
  • Wie können wir zukünftig besser darauf achten, dass der Regel gefolgt wird? Was heisst dies konkret für unser Verhalten und unser Miteinander? Was darf sein? Was nicht? Wie können Missachtungen angesprochen und korrigiert werden?
  • Oder offenbart das Verhalten, das wir eine weitere Regel benötigen?
  • Welche Aussagen und/oder Formulierungen wollen wir in diese neue Regel aufnehmen?

Tipp 2: Aggressivität ent-spiegeln

Ein kommunikativer Trick ist das Spiegeln der nonverbalen Signale. Beim Spiegeln werden einzelne Elemente der Körpersprache des Gesprächspartners gespiegelt – wie z.B. der Tonfall. Bei aggressivem Verhalten wäre dieser Kniff in seiner ursprünglichen Form kontraproduktiv. Deshalb ent-spiegeln Sie. Senden Sie nonverbale Signale, die der Körpersprache des anderen widersprechen:

  • Zurücktreten. Entfernen Sie sich ein oder zwei Schritte. Oder lehnen Sie sich, falls Sie sitzen, im Stuhl zurück.
  • Lautstärke senken. Sprechen Sie leiser.
  • Blick ausweichen. Fixieren Sie einen Punkt neben dem Kollegen, ohne jedoch den Kopf (unterwürfig) zu senken.
  • Langsamer sprechen. Drosseln Sie das Sprachtempo.
  • Ruhiger Tonfall. Modulieren Sie Ihren Tonfall. Sprechen Sie mit einer ruhigen, sachlichen Betonung.

Tipp 3: Gewaltfrei kommunizieren

Aggressives Verhalten triggert oft Wut, Scham und Schuldzuweisungen, die sich verbal in typischen Reaktionen äussern. Der Kollege wird verurteilt. Sie selbst fühlen sich als Opfer und Sie «schlagen» zurück, indem Sie drohen oder den anderen anklagen. Verständliche, aber vor allem erlernte Reaktionen, bei denen sich alle Beteiligten emotional «hochschaukeln».

Die gewaltfreie Kommunikation steuert einen anderen Reaktionsmodus an. Ziel ist es, die eigenen Bedürfnisse, als auch die Bedürfnisse des aggressiven Kollegen zu klären. Zeigen Sie Empathie. Sprechen Sie an, was Sie bei sich und bei dem Kollegen wahrnehmen.

«Nach deiner Lautstärke zu schliessen, hat dich etwas verärgert. Damit ich deinen Ärger verstehen kann, willst du es mir in einem ruhigen Tonfall erläutern? Dann fühle ich mich auch nicht länger angegriffen.»

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