17.05.2018

Coaching-Methoden: So geht erfolgreiches Coaching

Heute bekennen sich immer mehr Menschen dazu, dass sie sich durch einen Coach begleiten lassen. Coaching wird als Zeichen der Stärke gewertet, zeigt es doch unter anderem die Kritikfähigkeit und der Wille zur Selbstreflexion einer Person sowie ihre Offenheit für Neues. Coaching ist kein Modewort, sondern ein Resultat der wachsenden individuellen Anforderungen.

Von: Claudia Hendry   Drucken Teilen   Kommentieren  

Claudia Hendry

Claudia Hendry arbeitet als Management-Coach und Sparring-Partner in unterschiedlichen Branchen, vor allem in Dienstleistungs- und Produktionsunternehmen. Ihr Hauptgebiet ist die Unterstützung von Führungskräften in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Führung, Kommunikation und Teambildung.

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Coaching-Methoden

Fremdmotivation als Basis für ein erfolgreiches Coaching

Wir können andere nicht motivieren, denn für die Selbstmotivation ist jeder selber zuständig. Was wir tun können, ist anderen helfen, sich selbst zu motivieren, indem wir das emotionale Konto von anderen aufbauen.

Folgende Situation veranschaulicht anhand des Eisberges die Funktion der Fremdmotivation: Sie wollen jemanden für seine einwandfreie Arbeit loben. Zuerst nehmen Sie seine Arbeit rational wahr (oberhalb des Wassers). Danach sprechen Sie das Lob aus. Der andere nimmt Ihr Lob ebenfalls rational wahr, was bei ihm ein positives Gefühl auslöst, sodass sein emotionaler Bereich unterhalb des Wassers aufgeladen wird. 

Eine andere Art der Fremdmotivation illustriert folgendes Beispiel: Zu anderen Menschen haben wir ein so genanntes Beziehungskonto. Das ist eine Metapher, welche beschreibt, wie viel Vertrauen in einer Beziehung aufgebaut worden ist. Durch Ihr Verhalten wie Höflichkeit, Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Lob etc. lösen Sie Fremdmotivation aus. Bildlich heisst das, dass Sie Einzahlungen auf das Beziehungskonto tätigen und somit Reserven aufbauen. Das Beziehungskonto ist im Plus, beziehungsweise das Vertrauen des anderen zu Ihnen wird stärker. Unterläuft Ihnen ein Fehler, nehmen das Vertrauen und die Reserven ab, doch für eine stabile Beziehung reichen die Reserven immer noch aus.

Umgekehrt ist das Beziehungskonto im Minus, wenn Sie andere demotivieren, indem Sie zum Beispiel unhöflich sind, überreagieren, andere ignorieren, feindlich werden, Vertrauen missbrauchen etc. Die Vertrauensebene ist sehr niedrig, wenn überhaupt noch von Vertrauen gesprochen werden kann. In dieser Beziehung haben Sie keine Flexibilität mehr, und Sie können sich nichts mehr erlauben, ohne dass Sie Gefahr laufen, dass die Beziehung auseinander bricht.

Die Fremdmotivation ist die Basis für ein erfolgreiches Coaching. Ihr Verhalten und Ihre Aufmerksamkeit ermöglichen es Ihnen, das emotionale Konto des anderen aufzubauen, was in der täglichen Arbeit jedes Coachs geschieht. Wird eine hohe Vertrauensreserve nicht durch dauernde Einzahlungen aufrechterhalten, beginnt die Beziehung zu zerfallen.

>> Ausbildungs-Tipp: «Systemischer AufstellerCoach» – Nach dem St.Galler Coaching Modell (SCM)®

Fremdmotivation – 5 wesentliche Einzahlungen

1. Das Individuum verstehen

Nur wenn Sie den anderen verstehen, können Sie erfahren, welche Einzahlungen beim anderen ein Plus auslösen.

2. Auf Kleinigkeiten achten

Kleine Gefälligkeiten und Aufmerksamkeiten sind sehr wichtig. Auch diese erzeugen eine positive Einzahlung. Umgekehrt führen kleine Unhöflichkeiten, Ablehnungen und Rücksichtslosigkeiten zu riesigen Abbuchungen.

3. Verpflichtungen einhalten

Ein Versprechen oder eine Verpflichtung einzuhalten, ist eine wesentliche Einzahlung; es nicht zu tun, führt zu einer beachtlichen Abbuchung.

4. Erwartungen klären

Die Kontoeinzahlung erfolgt, wenn die Erwartungen schon zu Beginn klar und deutlich sind. Dies bedarf am Anfang einer grösseren Investition an Zeit und Mühe, erweist sich jedoch später als Einsparung.

5. Sich bei Abhebungen ehrlich entschuldigen

Kommt es zu Abhebungen vom Beziehungskonto, entschuldigen wir uns ehrlich und ernst gemeint. Aufrichtig gesprochen kann diese Entschuldigung wieder eine grosse Einzahlung sein.

Persönlichkeitstypen

Beim erfolgreichen Coaching von anderen ist es wichtig, die Persönlichkeit des anderen wahrzunehmen und einschätzen zu können. Jeder Mensch ist auf seine Art einzigartig und mit vielen Facetten ausgestattet: Er kann introvertiert, extrovertiert, gefühlsvoll, intuitiv, analytisch, sachlich, kreativ, kommunikativ etc. sein. Von der Persönlichkeitsstruktur her hat jeder Mensch eine dominierende Funktion, eine oder zwei nur halb- und eine unterentwickelte Funktion.

Nachfolgend einen kurzen Überblick zu den unterschiedlichen Persönlichkeitstypen:

Der Sebstdarsteller

Dieser Persönlichkeitstyp ist in erster Linie handlungs- und sachorientiert. Er scheut sich nicht, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Er ist direkt, energisch, entschlossen und selbstbewusst. Er sieht sich als Macher und scheut keine Konflikte.

Der Perfektionist

Gehört zu den weniger emotionalen Menschen. Er ist nüchtern, sachlich, eher fantasielos, zurückhaltend und etwas stur. Er scheut das Risiko und braucht unzählige Informationen, Zeit und Analysen, um Entscheide zu fällen. Er beharrt gerne auf seiner Sicht der Dinge und steht Veränderungen eher ablehnend gegenüber. Seine Genauigkeit und Kontrollsucht stehen oft im Gegensatz zur Kreativität und Spontaneität innovativer Kollegen.

Der Unannahmbare

Meidet soziale Nähe und zeigt wenig Emotionen. Daher wirkt er etwas kühl, manchmal auch arrogant. Als Einzelgänger bleibt er eher im Hintergrund. Gerät er unter Druck, zieht er sich meist ganz zurück. Er ist schwer einzuschätzen, sodass man die Gefahr läuft, ihn vorschnell zu unter- oder zu überschätzen.

Der Harmoniesüchtige

Ist ein besonders emotionaler Mensch. Er ist kommunikativ, mitteilsam und kann gut zuhören. Stärker als andere ist er von der Atmosphäre und den Stimmungen am Arbeitsplatz abhängig. Auseinandersetzungen scheut er. Es geht ihm nur selten um die Sache, wichtiger sind ihm dagegen gute Arbeitsbeziehungen und ein angenehmes Betriebsklima. Probleme schiebt er möglicherweise vor sich her, ohne sie zu lösen. Bekommt er keine emotionale Zuwendung, wird er unausstehlich. Veränderungen, die seine Gewohnheiten und das Verhältnis zu seinen Kollegen betreffen, lehnt er ab.

Wichtig: Behandeln Sie jeden Menschen, jeden Persönlichkeitstypen gleich: individuell unterschiedlich!

Wie können Sie Menschen näher kennen lernen, die Persönlichkeitstypen besser einschätzen, wenn Sie jemanden erfolgreich coachen wollen? Ihre emotionale Kompetenz, Ihre Wahrnehmung, Ihr Einlassen auf den anderen unterstützen Sie. Ein hilfreiches Werkzeug aus der Kommunikation sind Fragen.

>> Im Lehrgang «Systemischer AufstellerCoach» lernen Sie, die Persönlichkeitstypen besser einzuschätzen und können das St.Galler Coaching Modell® als Methodik anwenden.  

Coaching-Methoden: Die Wirkung von Fragen 

Durch das Coaching wollen Sie z.B. neue Ziele mit dem Coachee erarbeiten, dazu braucht es zielorientierte Fragen.

Zielorientierte Fragen

  • Was ist Ihr Ziel?
  • Was wollen Sie erreichen?
  • Was werden Sie wann wo mit wem wie machen?
  • Woran würden Sie merken, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben?
  • Woran würden andere merken, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben? 

In einer Problemstellung wollen Sie durch Coaching eine massgeschneiderte Lösung erarbeiten. Lösungsorientierte Fragen, die die Vorstellungskraft und Fantasie anregen, unterstützen Sie in diesem Prozess.

Lösungsorientierte Fragen

  • Wenn Sie wünschen könnten, wie würde dann die Lösung aussehen?
  • Woran würden Sie merken, dass Ihr Wunsch für die Lösung in Erfüllung gegangen ist?
  • Woran würden andere merken, dass Ihr Wunsch für die Lösung in Erfüllung gegangen ist?
  • Wenn Sie sich die Lösung vorstellen, gab es in der Vergangenheit eine Situation, wo dies bereits so funktionierte?

Wie, mit welchen Ressourcen kann der Coachee sein Ziel erreichen? Mit ressourcenorientierten Fragen ermöglichen Sie ihm, während des Coaching-Gesprächs seine Ressourcen zu erkennen.

Ressourcenorientierte Fragen

  • Was haben Sie bisher alles versucht, um die Situation zu verbessern? Was könnten Sie mehr davon tun?
  • Wie könnten Sie sich in Zukunft anders verhalten?
  • Wie haben Sie es geschafft, dieses Resultat zu erreichen?
  • Was denken Sie, woher haben Sie diese Fähigkeit? 

Eine vierte Frageform sind die problemorientierten Fragen, die jedoch zu einem problemorientierten Denken führen. Durch das Coaching wollen Sie weg vom Problem und hin zur Lösung. Verwenden Sie darum im Coaching problemorientierte Fragen nur dann, wenn Sie durch diese Vorgehensweise über einen möglichst kurzen Umweg zur zielorientierten Lösung kommen. Der Sinn des Coachings ist es, Ziele und Lösungen mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen des Coachees in der Zukunft zu erreichen.

Fragen sind sehr wirkungsvoll. Die Wirkung von Fragen kann im Gespräch allerdings nur dann vollumfänglich genutzt werden, wenn Sie als Fragesteller aktiv zuhören.

Tipp! Lehrgang: «Systemischer AufstellerCoach» 

Dieses 1-wöchige Fach-Spezifikum, welches auf das St.Galler Coaching Modell (SCM)® aufbaut, beinhaltet unter anderem Anwendungsfelder und Themen wie: Team-Entwicklung, Visionsentwicklung, Führungskräfte-Entwicklung, Motivation, Umstrukturierung und vieles mehr.

Was ermöglicht Ihnen die Ausbildung?

  • Schulung der Wahrnehmung für Systeme und Räume
  • Systemische Grundsätze und System-Regeln verstehen und anwenden
  • Erkennen und Lösung von System-Verletzungen
  • Lernen von Wert orientierter, systemischer Aufstellungsarbeit
  • Verschiedene Aufstellungsformate- und Interventionen auf Coaching-Themen zugeschnitten lernen: z.B. Beziehungen, Teams, Organisationen, Entscheidungen u.v.m.
  • Lernen von Aufstellungsarbeit mit Stellvertretern, Bodenankern und dem CTAS-Aufstellungskoffer 

>> Mehr Infos zum Lehrgang «Systemischer AufstellerCoach»

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