18.07.2017

Innere Antreiber: 3 Tipps, wie Sie Ihre inneren Antreiber für sich nutzen

Die inneren Antreiber erzeugen oft Stress. Aber jeder Antreiber hat auch Vorteile. Nutzen Sie Ihren Antreiber gezielt für Ihren Erfolg und Ihre Karriere.

Von: Brigitte Miller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Der Fluch der inneren Antreiber

Niemand ist ohne innere Antreiber. Denn die inneren Antreiber wurden als elterliche Forderungen in der Kindheit im Bewusstsein verankert – durch Ermahnungen, Anweisungen, beispielhaftes Vorleben der Eltern und/oder anderer Autoritätspersonen. Mit dem Ziel, Ihnen Botschaften und Handlungsoptionen zu vermitteln, wie Sie das Leben meistern können und sollen.

Obwohl die inneren Antreiber somit einem positiven Ziel entspringen, entwickeln sich diese in vielen Situationen eher zu einem Fluch. Die Botschaft des inneren Antreibers wird nicht hinterfragt. Stattdessen wird ihr gefolgt, ob die Botschaft nun für die (Lösung der) Situation passend ist oder nicht. Ist dies in der jeweiligen Situation der Fall,

  • handeln Sie wie unter Zwang.
  • verspüren Sie Unsicherheit und Selbstzweifel.
  • können Sie nicht Ihr volles Potenzial entfalten.
  • blockieren Sie sich selbst.
  • erschweren Sie sich einen lösungsorientierten Umgang.
  • können im Miteinander Missverständnisse und Konflikte auftreten.
  • können Sie (unpassende) Anforderungen und Erwartungen an andere stellen, die einzig und allein Ihrem inneren Antreiber entspringen.

Antreiber sind aus diesen Gründen gefürchtet – manches Mal sogar verhasst.

Wie innere Antreiber zu einem Segen werden

 

Innere Antreiber: Vom Fluch zum Segen
Einige typische NachteileEinige typische Vorteile

Antreiber: Sei Perfekt

  • will alles 100% erledigen
  • «vergisst» über dieser Genauigkeit Termine
  • kann keine Fehler zulassen
  • delektiert ungern oder arbeitet ungern mit anderen in einem Projekt, weil andere es nicht perfekt machen
  • überarbeitet Aufgaben mehrere Male
  • ist nie wirklich mit seiner Arbeit zufrieden

Antreiber: Sei Perfekt

  • geht in die Tiefe
  • kümmert sich ums Detail
  • liefert hohe Qualität
  • bringt viel Geduld auf
  • beleuchtet Aufgaben von vielen Seiten
  • sehr genaue Planung
  • erfüllt die Erwartungen
  • setzt hohe Standards

Antreiber: Sei Stark

  • geringes Verständnis für dumme Fehler
  • kann schwer Hilfe annehmen und um diese bitten
  • hat starke Gefühle, die aber kaum gezeigt werden
  • kann sich selbst und anderen gegenüber unnachgiebig sein
  • Schwächen werden nicht zugelassen

Antreiber: Sei Stark

  • Durchsetzungsstark
  • in Krisen «Fels in der Brandung»
  • konsequent
  • bietet Sicherheit
  • lässt sich nicht aus der Ruhe bringen
  • bewahrt den Überblick
  • lösungsorientiert

Antreiber: Streng dich an

  • übernimmt viele Aufgaben
  • Unbeschwertheit fehlt
  • neigt dazu, Aufgaben abzunehmen
  • Leistungsorientiert
  • Pflichtbewusst, ohne eigene Grenzen zu akzeptieren
  • Skeptisch gegenüber einfachen Lösungen

Antreiber: Streng dich an

  • Vielseitig
  • gibt bei Problemen nicht auf
  • hohe Disziplin
  • hohe Ausdauer
  • kann in mehreren Projekten gleichzeitig tätig sein
  • zieht die Aufgabe durch

Antreiber: Mach schnell

  • Fehleranfällig
  • ungeduldig gegenüber sich selbst und anderen
  • Unterbricht gerne
  • Probleme beim Zuhören, da mental schon woanders ist
  • Multitasker
  • verbreitet Hektik
  • Innehalten und planen fällt schwer

Antreiber: Mach schnell

  • Bewältigt enormes Arbeitspensum in kurzer Zeit
  • bringt Dynamik in jede Gruppe
  • hat den Überblick, verliert sich nicht in Details
  • flexibel und offen für Neues
  • delegiert gerne

Antreiber: Mach es allen recht

  • kann schwer Entscheidungen treffen
  • gibt ungern negatives Feedback
  • kann schwer Nein sagen
  • stellt eigene Bedürfnisse zurück
  • will sich nicht festlegen
  • sucht Anerkennung
  • macht für andere die (Drecks-)Arbeit

Antreiber: Mach es allen recht

  • hohe soziale Kompetenz
  • kümmert sich um die emotionalen Belange
  • hohe Empathie
  • teamfähig
  • kompromissbereit
  • hilfsbereit und integrierend

 3 Tipps, wie Sie Ihren inneren Antreiber positiv für sich nutzen

Jeder Antreiber ist somit gespickt von Ressourcen. Ressourcen, die Sie bereits jetzt aktivieren und einsetzen. Manches Mal allerdings weniger zu Ihrem Nutzen. Dann schlägt dieser wieder erbarmungslos negativ zu. Ändern Sie dies gezielt.

Tipp 1: Sensibilisieren Sie sich für die Aktivierung Ihrer Antreiber-Ressourcen

Lösen Sie sich von Ihrem verzerrten Antreiber-Blickwinkel. Denn in der Regel aktivieren Sie bereits beide Seiten – negativ wie positiv. Rufen Sie sich jetzt einmal in Ruhe einige Situationen der letzten Tage oder Wochen in Erinnerung, in denen Ihr Antreiber aktiv war.

Tipp 2: Stärken Sie den «Erlauber»

Ihr Antreiber ist mit einer Botschaft verbunden. Einer Botschaft, die Sie verstärkt die negative Seite leben lässt. Deshalb beginnen Sie, dieser Botschaft eine neue entgegenzusetzen: Den «Erlauber». Mit dem «Erlauber» erteilen Sie sich die Befugnis auch anders handeln zu dürfen. Dadurch durchbrechen Sie stressige Handlungsmuster. Und es gelingt Ihnen besser, kontextbezogen zu entscheiden, wann Sie wie Ihren Antreiber für sich aktivieren möchten.

 

Antreiber-Botschaften – und Ihre „Erlauber“
Botschaft-Glaubenssatz «Erlauber»

Antreiber: Sei Perfekt

  • «Ich muss alle Aufgaben 100% erledigen. Denn es ist nie gut genug.»

Antreiber: Sei Perfekt

  • «Ich darf auch mit 80% zufrieden sein. Dies ist gut genug.»

Antreiber: Mach schnell

  • «Ich muss mich beeilen, damit ich fertig werde.»

Antreiber: Mach schnell

  • «Ich darf mir Zeit geben. Ich darf Pausen machen.»

Antreiber: Streng dich an

  • «Ich muss mich anstrengen, sonst wird es nichts.»

Antreiber: Streng dich an

  • «Ich darf Spass bei der Arbeit haben.»

Antreiber: Sei stark

  • «Ich darf keine Schwäche zeigen, sonst wirke ich inkompetent.»

Antreiber: Sei stark

  • «Ich darf mir Hilfe holen.»

Antreiber: Mach es allen recht

  • «Ich muss Rücksicht nehmen.»

Antreiber: Mach es allen recht

  • «Ich darf meine Bedürfnisse ernst nehmen.»

 Tipp 3: Setzen Sie innere Antreiber gezielt ein

Überlegen Sie, in welchen Situationen und bei welchen Aufgaben Ihnen Ihr Antreiber nützlich sein kann. Setzen Sie Ideen frei. Notieren Sie,

  • welche Antreiber-Ressourcen Sie dann anwenden möchten.
  • wie Sie diese Ressourcen aktivieren: Was sagen Sie zu sich selbst? Wie bringen Sie sich in den jeweiligen Ressourcen-Modus?

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