19.11.2020

Lohnabzüge: Die aktuellen Sozialversicherungsbeiträge

Der Arbeitgeber hat vom Lohn seiner Angestellten die gesetzlich vorgesehenen Lohnabzüge vorzunehmen und Arbeitgeberbeiträge zu leisten. Zudem können Lohnbeiträge durch Einzelarbeitsvertrag, Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag festgelegt sein (z.B. Krankentaggeldversicherung, überobligatorische Vorsorge etc.). Nachfolgend eine Übersicht über die Lohnzahlen ab 1.1.2021.

Von: Thomas Wachter  DruckenTeilen 

Thomas Wachter

Nach mehreren Stellen in verschiedenen Unternehmungen, arbeitet T. Wachter nun seit 12 Jahren beim Personalamt des Kantons Luzern. Früher als Bereichspersonalleiter, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung, zuletzt als Leiter HR-Support sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Weitere Tätigkeiten sind: Lehrgangsleitungen und Dozent für Personalmanagement, -administration und -führung. T.Wachter ist unter anderem Autor und Herausgeber der WEKA-Werke «PersonalPraxis» und «Praxisleitfaden Personal».

Lohnabzüge

HINWEIS: Dies ist ein Auszug aus dem Produkt «Lohn & SozialversicherungsPraxis». Sie möchten Löhne und Sozialversicherungen effizient und korrekt abwickeln? Jetzt die Online-Lösung für alle Lohn- und Sozialversicherungsfragen abonnieren und unverbindlich testen.

AHV/IV/EO

5,300% Arbeitnehmerbeitrag (gleich viel bezahlt der Arbeitgeber)

ALV

  • 1.10% Arbeitnehmerbeitrag bis CHF 148 200.– Jahreseinkommen (gleich viel bezahlt der Arbeitgeber)
  • 0.50% Arbeitnehmerbeitrag auf Lohnteilen über CHF 148 200.– des Jahreseinkommens (gleich viel bezahlt der Arbeitgeber)

UVG

  • Obligatorium bis CHF 148 200.– Jahresverdienst
  • Prämie für Berufsunfall (BU) zulasten des Arbeitgebers (Höhe der Prämie ist abhängig vom Betriebsrisiko)
  • Die Nichtberufsunfall-Versicherung (NBU) ist ab acht Wochenstunden obligatorisch. Die Prämie kann vom Arbeitgeber übernommen oder dem Arbeitnehmer belastet werden (Höhe der Prämie ist abhängig von der Risikogruppe, welcher der Betrieb zugeteilt ist)

BVG

  • Obligatorium von CHF 21 510.– bis CHF 86 040.– Jahreseinkommen. Koordinationsabzug CHF 25 095.–. Minimal versicherter Lohn CHF 3585.–, maximal CHF 60 945.–. Die meisten beruflichen Vorsorgeträger versichern überobligatorisch einen höheren Maximallohn als CHF 86 040.–.
  • Prämie für Risikoversicherung ab 1.1. nach Vollendung des 17. Altersjahres, Prämie für Altersvorsorge ab 1.1. nach Vollendung des 24. Altersjahres
  • Arbeitgeber muss mindestens gleich viel Prämien wie Arbeitnehmende bezahlen
  • zusätzlich 0,125% Arbeitgeberbeitrag für den Sicherheitsfonds vom koordinierten Lohn

Krankentaggeldversicherung

Die Prämie ist u.a. von der versicherten Leistung abhängig (z.B. 80 % oder 90% Krankentaggeld während 720/730 Tagen mit einer Wartefrist von meist zwischen 7 bis 180 Tagen). Die Hälfte der Prämie für die Krankentaggeldversicherung darf zulasten der Arbeitnehmer vom Lohn abgezogen werden.

Quellensteuer

Die Quellensteuer geht zulasten der pflichtigen Mitarbeitenden. Der Tarif ist abhängig von der Lohnhöhe, der Erwerbssituation, dem Zivilstand, der Kinderzahl etc.

AHV-Lohnbasis

Grundsätzlich ist das Einkommen AHV-pflichtig und muss somit der AHV-Ausgleichskasse deklariert werden. Den Arbeitnehmenden gegenüber sind die entsprechenden AHV-Abzüge vorzunehmen und später der Ausgleichskasse zu überweisen.

Dabei gibt es jedoch Ausnahmen. So sind beispielsweise Spesen, Familienzulagen und für Angestellte Taggelder aus einer kollektivenKrankentaggeld- oder Unfallversicherung nicht als AHV-Lohn zu deklarieren. Ebenfalls sind Honorare von Selbstständigerwerbenden, welchen ein Betrieb Aufträge erteilt, nicht AHV-pflichtig, sofern diese bei der Ausgleichskasse als Selbstständigerwerbstägige anerkannt sind. (Bei Nichterwerbstätigen und Selbstständigerwerbstätigen gelten dabei teilweise andere Voraussetzungen, diese werden hier nicht behandelt. Vergleiche dazu die entsprechenden Merkblätter unter www.ahv-iv.ch).

Mit Ausnahme der IV und EO wird in jeder Sozialversicherung eine von der AHV abweichende Lohnbasis verwendet.

IV-, EO-Lohnbasis

Für die IV, EO gelten die gleichen Grundlagen wie für die AHV.

ALV-Lohnbasis

Die ALV übernimmt die AHV-Lohnbasis. Wichtigster Unterschied zur AHV: Es ist die ALV1-Grenze von CHF 148'200.– zu berücksichtigen und im AHV-Alter besteht keine Beitragspflicht mehr.

UVG-Lohnbasis

Für die obligatorische Unfallversicherung ist die AHV-Lohnbasis ebenfalls meistens massgebend. Die wichtigsten Abweichungen sind der Höchstlohn von CHF 148'200.- sowie die volle Versicherungspflicht für alle Arbeitnehmenden auch vor dem 18. Altersjahr sowie im Rentenalter. Die Beiträge werden hier nicht wie in der AHV hälftig auf Arbeitgeber und Arbeitnehmende aufgeteilt (NBU zulasten Arbeitnehmenden, BU zulasten Arbeitgeber).

BVG-Löhne

Die Pensionskassen kennen ein eigenes System. Für die berufliche Vorsorge werden die zukünftigen Löhne, also die des kommenden Jahres (z.B. Anfang 2021 für das Jahr 2021), als Grundlage für die zukünftigen Leistungen berücksichtigt (vorschüssige Lohndeklaration).

Obschon für diesen Vorsorgezweig grundsätzlich ebenfalls die AHV-Löhne als Berechnungsgrundlagen gelten sollen, können in den Reglementen der Vorsorgeeinrichtungen abweichende Bestimmungen festgehalten sein.

Auf diese Weise werden z.B. Gratifikationen oder andere zum vornherein in ihrer Höhe nicht bekannte Erfolgsbeteiligungen von den BVG-Leistungspflichten ausgeschlossen. Diese Leistungslücken müssen die Versicherten/Arbeitnehmenden selbst individuell absichern.

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