24.08.2015

Gesundheitsförderung: Handlungsfelder und Erfolgsmessung

Durch das Arbeitsgesetz wie das Bundesgesetz zur Unfallversicherung ist der Arbeitgeber verpflichtet, die notwendigen Massnahmen für einen wirksamen Gesundheitsschutz zu treffen – wenigstens soweit dies wirtschaftlich zumutbar ist. Viele Unternehmen gehen einen Schritt weiter und realisieren umfassende Konzepte zur betrieblichen Gesundheitsförderung.

Von: Thomas Wachter   Drucken Teilen   Kommentieren  

Thomas Wachter

Nach mehreren Stellen in verschiedenen Unternehmungen, arbeitet T. Wachter nun seit 12 Jahren im Personalamt des Kantons Luzern. Früher als Bereichspersonalleiter, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung, aktuell als Leiter HR-Support sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Weitere Tätigkeiten sind: Lehrgangsleitungen und Dozent für Personalmanagement, -administration und -führung. T.Wachter ist unter anderem Autor und Herausgeber der WEKA-Werke «PersonalPraxis» und «Praxisleitfaden Personal».

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Gesundheitsförderung

Der Betrieb stellt einen wichtigen Lebensraum für die Mitarbeiter dar. Die Haltung eines Unternehmens in Gesundheitsfragen geht deshalb nicht an den Mitarbeiter vorbei, sondern kann diese sehr wohl positiv beeinflussen. Damit lassen sich langfristig Folgekosten wie krankheitsbedingte Absenzen und Arbeitsunfähigkeit einschränken und auch für die Motivation der Mitarbeiter sowie die  Ausstrahlung eines Unternehmens positive Signale setzen.

Bei Unternehmen stehen deshalb insgesamt die Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter im Zentrum der Bemühungen.

Dabei genügt es natürlich nicht, ein paar Plakate im Betrieb aufzuhängen. Vielmehr ist Umdenken gefragt und die Gesundheitsförderung zu einem wichtigen Ziel des Managements zu erklären.

Massnahmen Gesundheitsförderung

Die betriebliche Gesundheitsförderung umfasst alle Massnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Politik zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Dazu gehören die gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung wie der Arbeitsplätze, die Förderung eines aktiven Gesundheitsverhaltens der Mitarbeitenden sowie gesundheitsgerechte Angebote.

Fristete die betriebliche Gesundheitsförderung lange Zeit ein Schattendasein, ist in den letzten Jahren die Nachfrage für wirkungsvolle Konzepte zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter enorm gestiegen.

Gesundheit ist ein betriebswirtschaftlicher Faktor. Gesunde Mitarbeiter heisst leistungsfähige Mitarbeiter, Wohlbefinden und «Power». Damit lässt sich die Absenzenrate tief halten, die Lohnfortzahlungskosten begrenzen und Umtriebe mit nicht mehr leistungsfähigen oder kranken Mitarbeitern vermeiden.

Praxis-Tipp
Gesundheitsförderung lohnt sich! Wirksame Gesundheitsförderung bedeutet allerdings einen Kultur- und Wertewandel in einer Firma. Dabei nehmen die Führungskräfte und die Geschäftsleitung eine Schlüsselfunktion ein.

Ebenen der Gesundheitsvorsorge

Die Gesundheitsvorsorge kann auf folgenden drei Stufen von Vorbeugung (Prävention) angesetzt werden:

Primärprävention (Risikoschutz)

Unter Primärprävention sind Massnahmen zu verstehen, die der Erhaltung von Gesundheit bei (noch) Gesunden dienen. Dazu gehören spezifische Schutzmassnahmen wie Impfungen, Fluorid- und Vitamin-D-Prophylaxe. Zudem können Krankheiten verhütet werden, welche als Folge von ungesunden Verhaltensweisen möglich sind.

Sekundärprävention (Früherkennung)

Die Sekundärprävention soll das Fortschreiten einer Erkrankung verhindern. Dabei steht die Früherkennung im Zentrum, bevor die Symptome auftreten. Ziel ist, so früh wie möglich in den Entstehungsprozess einzugreifen. Im betrieblichen Alltag sollen beispielsweise Alkoholprobleme oder ernsthafte Essstörungen rechtzeitig erkannt werden, bevor die Folgeerscheinungen gravierend sind und die Heilung einen grossen therapeutischen Aufwand erfordert.

Tertiärprävention (Rehabilitation)

Tertiärprävention umfasst Massnahmen zur Verhütung der Verschlimmerung, der Chronifizierung einer bestehenden Krankheit mit Invalidisierung sowie Folgeerkrankungen. Sie unterstützt die ärztliche Behandlung und die Rehabilitation. Im Betrieb geht es dabei wesentlich um die schrittweise Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.

Handlungsfelder

Handlungsfelder der betrieblichen Gesundheitsförderung sind beispielsweise:

  • Impfkampagnen
  • Ergonomie der Arbeitsplätze
  • Gesundheitschecks und ärztliche Untersuchungen
  • Informationskampagnen und Gesundheitstage
  • Fitnessabo und Sportclub

Zudem schlägt das Schweizer Netzwerk für Gesundheit im Betrieb in ihrem Leitfaden «Ideen & Ansätze zur betrieblichen Gesundheitsförderung» vor, Vorsorgemassnahmen zu folgenden Themen ins Zentrum der betrieblichen Gesundheitsförderung zu stellen:

  • Bewegungsgewohnheiten  
  • Ernährung
  • Stressmanagement
  • gesundheitsorientierte Mitarbeiterführung                  
  • Genuss- und Suchtmittelkonsum

Erfolgskriterien und -messung

Betriebliche Gesundheitsförderung ist erfolgreich, wenn sie

  • von der Geschäftsleitung mitgetragen wird                  
  • zu den erklärten Unternehmenszielen gehört                  
  • durch ein internes Gremium gesteuert wird                  
  • die Mitarbeitenden und deren gewählte Vertretung einbezogen werden
  • auf einem professionellen Konzept basiert, das fortlaufend überprüft und verbessert wird,                  
  • die einzelnen Massnahmen miteinander verknüpft sind und systematisch durchgeführt werden
  • langfristig angelegt ist
  • allen Mitarbeitern bekannt gemacht wird
  • die Wirksamkeit belegt werden kann

Die einzelnen Massnahmen werden regelmässig ausgewertet und die Ergebnisse dokumentiert. Der Erfolg betrieblicher Gesundheitsförderung soll an einer Reihe von kurz-, mittel- und langfristigen Indikatoren gemessen werden, welche sich aus den jeweiligen betrieblichen Schwerpunkten ableiten.

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