10.12.2014

AHV Rentenberechnung: Diese Grundlagen sind zu beachten

Die Rentenhöhe wird durch zwei Kriterien bestimmt: der Beitragsdauer und des durchschnittlichen Jahreseinkommens während dieser Dauer. Welche weiteren Bestimmungen noch gelten, lesen Sie hier.

Von: René Mettler   Drucken Teilen   Kommentieren  

René Mettler, eidg. dipl. Versicherungsfachmann

René Mettler arbeitet nach über zwanzigjähriger Erfahrung in den Schadenabteilungen von Versicherungsgesellschaften und nach seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des Schleudertrauma-Verbandes seit 2002 als selbständiger Berater für verunfallte und erkrankte Personen in Versicherungs- und Leistungsfällen. Er ist in den Bereichen Haftpflicht-, Versicherungs- und Sozialversicherungsrecht Dozent an verschiedenen Schulen/Fachhochschulen.

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AHV Rentenberechnung

Nach der Ermittlung dieser beiden Kriterien kann den vom BSV aufgestellten Rententabellen  (vgl. AHVG 30bis und AHVV 53) die Rentenhöhe entnommen werden.

Vollrente (Skala 44)

Bei vollständiger Beitragsdauer erhält der Versicherte eine Vollrente (AHVG 29 IIa). Vollständig ist die Beitragsdauer, wenn die versicherte Person gleich viele Beitragsjahre aufweist wie ihr Jahrgang (AHVG 29ter I).

Teilrente (Skala 1-43)

Bei unvollständiger Beitragsdauer wird nur eine Teilrente ausgerichtet (AHVG 29 IIb). Je mehr Beitragsjahre fehlen, desto tiefer ist die maximale Teilrente.

Beitragsjahre

Als Beitragsjahre gelten Zeiten, in welchen eine Person Beiträge geleistet hat, in welchen sie aufgrund von AHVG 3 III beitragsbefreit war oder in welchen ihr Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können (AHVG 29ter II; vgl. AHVV 50 und 50a).

Entscheidend für die AHV Rentenberechnung sind die Beitragsjahre zwischen dem 1. Januar nach dem 20. Geburtstag und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Rentenalter oder Tod) (AHVG 29bis I).

Beitragslücken und AHV Rentenberechnung

Sobald Beitragsjahre fehlen, bestehen Beitragslücken, die wiederum zu einer Teilrente führen. Aufgrund folgender Mechanismen können solche Lücken gegebenenfalls gefüllt werden (vgl. AHVG 29bis II):

a) Jugendjahre

durch Beitragszeiten vor dem 1. Januar nach dem 20. Geburtstag (AHVV 52b);

durch Beitragszeiten zwischen dem 31. Dezember vor dem Eintritt des Versicherungsfalles und der Entstehung des Rentenanspruchs, d. h. nach den eigentlichen Beitragsjahren (AHVV 52c);

b) Gratisjahre

durch «geschenkte» Beitragsjahre, welche vor 1979 fehlen (AHVV 52d)

 

Gratisjahre zur Füllung von Beitragslücken (AHV)
bei voller Beitragsdauer des Versichertenzusätzlich anrechenbare Beitragsjahre bis zu
20 - 261 Beitragsjahr
27 - 332 Beitragsjahren
ab 343 Beitragsjahren

c) Nachzahlung

durch Nachzahlung von Beiträgen innert fünf Jahren nach Ablauf des fehlenden Beitragsjahres (vgl. die Verwirkungsfrist in AHVG 16 I S. 1).

Als Faustregel gilt, dass jedes fehlende Beitragsjahr die Vollrente um 1/44 kürzt.

Durchschnittliches Jahreseinkommen

Aufgrund des durchschnittlichen Einkommens während der Beitragsdauer bestimmt sich, welche Rente der Versicherte zwischen der minimalen und maximalen Voll- oder Teilrente erhält.

Das Einkommen setzt sich gemäss AHVG 29quater zusammen aus

  • den Erwerbseinkommen,
  • den Erziehungsgutschriften und
  • den Betreuungsgutschriften.

Zur Ermittlung des durchschnittlichen Einkommens wird das Einkommen durch die Anzahl der Beitragsjahre geteilt.

Bei erwerbstätigen Personen werden nur die Einkommen berücksichtigt, auf denen Beiträge bezahlt wurden; diese werden dem individuellen Konto des Versicherten entnommen.

Bei Nichterwerbstätigen wird das einzusetzende Einkommen aufgrund der geleisteten Beiträge berechnet.

Splitting

Bei verheirateten oder eingetragenen Versicherten werden Einkommen, welche sie während der Kalenderjahre der gemeinsamen Ehe oder der eingetragenen Partnerschaft erzielt haben, geteilt (sog. Splitting) und je zur Hälfte den beiden Ehegatten angerechnet.

Aufwertungsfaktoren

Da die Einkommen in frühen Jahren wegen der Teuerung tiefer waren, wird die Summe der Erwerbseinkommen aufgewertet.

Karrierezuschlag

Bei der Berechnung von Hinterlassenenrenten ist ausserdem Folgendes zu beachten: Hat eine verstorbene Person beim Tode das 45. Altersjahr noch nicht erreicht, so wird auf dem durchschnittlichen Erwerbseinkommen ein vom Alter abhängiger prozentualer Zuschlag gewährt. Dieser sog. Karrierezuschlag beträgt:

 

vollendetes AlterKarrierezuschlag
weniger als 23100%
23 90%
2480%
2570%
2660%
2750%
28 bis 2940%
30 bis 3130%
32 bis 3420%
35 bis 38 10%
39 bis 45 5%
mehr als 45 0%

Erziehungs- und Betreuungsgutschriften

Erziehungsgutschrift

Versicherten werden für die Jahre, in welchen sie die elterliche Sorge über eines oder mehrere Kinder unter 16 Jahren ausüben, Erziehungsgutschriften angerechnet. Ehepaaren wird nur eine Gutschrift angerechnet; Gutschriften während der Ehe werden – wie das Erwerbseinkommen – hälftig geteilt (Splitting). Die Gutschrift entspricht der dreifachen minimalen jährlichen Altersrente; somit wird der Versicherte wie jemand behandelt, der ein Einkommen von CHF 42 300.– erzielt hat.

Betreuungsgutschrift

Versicherte, die bestimmte Verwandte und Verschwägerte mit Anspruch auf Hilflosenentschädigung wegen mindestens mittlerer Hilflosigkeit betreuen, haben Anspruch auf eine Betreuungsgutschrift. Im Gegensatz zu den Erziehungsgutschriften müssen solche Versicherte ihren Anspruch jährlich anmelden.

Solidaritätsbeiträge

Die Renten sind nach oben limitiert. Einkommen über einem bestimmten Betrag – CHF 84 600.– führen daher nicht zu einer höheren Rente. Bei den auf diesen Einkommen entrichteten Beiträgen handelt sich daher um sogenannte Solidaritätsbeiträge.

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