08.07.2014

Interkulturelles Projektmanagement: Zusammenarbeit in Projekten

Fokus dieses Beitrags ist die Interkulturalität von Projekten. Denn diese sind häufig in einem internationalen Umfeld angesiedelt – sei es aufgrund unterschiedlicher Nationalität der Projektmitarbeiter und/oder der beteiligten Unternehmen.

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Interkulturelles Projektmanagement

Ziel ist es, wichtige Fragen der interkulturellen Zusammenarbeit und daraus resultierende Anforderungen an das Management multinationaler und globaler Projekte zu klären. Denn wenn die Herausforderungen, die interkulturelle Kommunikation an ein erfolgreiches interkulturelles Projektmanagement stellt, erkannt werden, können auch die Chancen, die in der kulturellen Vielfalt der Verantwortlichen liegen, genutzt werden.

Über Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten ist heutzutage etwas ganz Alltägliches. Projekte werden selten an einem Standort abgewickelt – im Zuge von Globalisierung und Internationalisierung der Wirtschaft kooperieren weltweit verteilte Partner. Die internationale Arbeitsteilung, interkulturelles Projektmanagement, erhöht die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Produktion, Marketing und Vertrieb bedeuten nicht nur Aufgabenteilung, sondern auch räumliche Trennung. Grosse Entfernungen müssen überbrückt werden, die häufig im virtuellen Raum stattfinden und nicht nur in Kilometern, sondern auch in kulturellen Unterschieden zum Ausdruck kommen. All diese aktuellen Entwicklungen führen dazu, dass Menschen aus verschiedenen Ländern und unterschiedlicher kultureller Herkunft zusammenarbeiten.

Interkulturelles Projektmanagement und Zusammenarbeit

Mitarbeiter in Unternehmen arbeiten immer mehr weltweit fernab ihres Heimatlands, sei es kurz- oder langfristig. Geschäftsreisen und internationale Meetings nehmen zu. Aber auch am einheimischen Arbeitsplatz arbeiten Menschen zusammen, die sich aufgrund des jeweiligen kulturellen Hintergrunds hinsichtlich ihrer Normen, Wertvorstellungen, Einstellungen und Verhaltensmuster unterscheiden.

Interkulturalität von Projekten

Projekte sind häufig interkulturell: Die Projektarbeit findet in verschiedenen Ländern statt und die Projektmitarbeiter stammen aus unterschiedlichen Kulturen. Menschen aus verschiedenen Ländern versuchen, innerhalb eines Projekts über zum Teil weite Entfernungen gemeinsam Ziele zu erreichen. Das ist interkulturelles Projektmanagement.

Was ist Kultur?

Doch was ist Kultur und inwieweit ist diese Frage relevant für die Zusammenarbeit?

In verschiedenen Teilen der Welt haben Menschen Verhaltensweisen entwickelt, um sich geographischen und klimatischen Gegebenheiten anzupassen und das Überleben zu sichern. Diese Verhaltensweisen machen die Kultur einer Gruppe aus und können sich von Gruppe zu Gruppe stark unterscheiden.

Kultur baut auf drei Säulen auf:

Die Kultur einer Gruppe äussert sich wesentlich in deren Werten, also was für richtig und gut gehalten wird und wie sich jemand, der dieser Gruppe angehört, zu Hause und am Arbeitsplatz verhalten soll. Diese Werte sind verinnerlicht und zum großen Teil unbewusst, können aber z.B. mithilfe von Teamentwicklungsmassnahmen bewusst gemacht werden.

Es werden Normen und Regeln aufgestellt, die die Zugehörigkeit zu und das Funktionieren einer Gruppe sichern. Diese Regeln und Normen werden in der primären Sozialisation, also im Elternhaus, in der Schule und über die Religion, erlernt und wesentlich über Kommunikation erworben und weitergegeben. Regeln legen die Form der Zusammenarbeit rund um interkulturelles Projektmanagement fest und prägen die Art der Kommunikation.

Über Symbole (wie z.B. Farben, Kleidung oder Essen) und Rituale (wie z.B. Feiern, Begrüssungsformen oder Geschenke) sind Unterschiede zwischen Kulturen zu erkennen und werden auch in der Arbeit deutlich.

Tipp: Überlegen Sie sich, was Ihnen persönlich in der Arbeit wichtig ist. Inwieweit könnte dies typisch für einen schweizer Arbeitsstil sein?

Definition von Kultur

«Kultur ist ein Wert- und Orientierungsmuster für unser Denken, Fühlen und Handeln.» Unser kultureller Hintergrund ist massgebend für unser Verhalten und unsere Wahrnehmung der Welt. Dieses geschieht zum grossen Teil unbewusst und wird als selbstverständlich angenommen. Dabei spielt Kommunikation in der Entstehung und Manifestierung von Kultur eine starke Rolle.

Tipp: Denken Sie an eine interkulturelle Situation mit einem ausländischen Kollegen, in der Sie sich unwohl gefühlt oder geärgert haben. Inwieweit hatten Sie und Ihr Kollege unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen zum Vorgehen? Suchen Sie eine oder mehrere der oben genannten Kulturdimensionen aus, die diese Situation erklären könnten.

Interkulturelles Projektmanagement und worauf Sie besonders achten müssen

Die kulturellen Unterschiede haben entscheidenden Einfluss darauf, wie in Projekten gearbeitet wird. Gehen Sie also davon aus, dass wesentliche Elemente des Projektmanagements in unterschiedlichen Ländern auf verschiedene Art durchgeführt werden.

Auf bestimmte Bereiche des Projektmanagements ist besonders zu achten:

  • Dokumentation: In welcher Form und wie häufig werden Ergebnisse dokumentiert? In Ländern mit niedriger Informationsdichte wird z.B. wesentlich mehr und häufiger etwas schriftlich festgehalten als in Ländern mit hoher Informationsdichte.
  • Risikomanagement: Wie wichtig ist das Risikomanagement? In Ländern mit hoher Unsicherheitsvermeidung ist z.B. Risikomanagement ein zentralerer Bereich als in Ländern mit niedriger Unsicherheitsvermeidung.
  • Qualitätsmanagement: Welche Bedeutung wird dem Qualitätsmanagement beigemessen? In handlungsorientierten Ländern wird z.B. der Fehlersuche weniger Raum gegeben als in ergebnisorientierten Ländern.
  • Terminplanung: Wie funktioniert die Terminplanung? In monochronen Ländern wird z.B. die Zeit in kleinere Einheiten eingeteilt und Termine werden strikter eingehalten als in polychronen Ländern.

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