13.09.2016

Auszahlung Ferienguthaben: Vier Methoden für die korrekte Auszahlung

Ferien sind grundsätzlich zu beziehen und dürfen nicht ausbezahlt werden. Eine Ausnahme besteht am Ende des Arbeitsverhältnisses, sofern ein Bezug aus dringenden betrieblichen Gründen nicht mehr möglich ist oder sofern der Ferienanspruch die verbleibende Zeit bis zur Beendigung überschreitet. Hier werden Ihnen vier verschiedene Methoden für die Auszahlung von Ferienguthaben vorgestellt.

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Auszahlung Ferienguthaben

Methode 1: Auszahlung Ferienguthaben aus dem Jahreslohn

Berechnungsbeispiel: Monatslohn von CHF 5000.– (x 13)  

1 Ferientag = CHF 65 000.– / 261 = CHF 249.05

Methode 2: Auszahlung Ferienguthaben aus dem Monatslohn

Berechnungsbeispiel: Monatslohn von CHF 5000.– (x 13)  

1 Ferientag = CHF 5000.– × (13/12) / 21.75 = CHF 249.05

Methode 3: Auszahlung Ferienguthaben  aus dem Stundenlohn

Berechnungsbeispiel: Monatslohn von CHF 5000.– (x 13)
40-Stunden-Woche  

Stundenlohn = CHF 5000.– × 13 / 40 × 52 = CHF 65 000.– / 2080 = CHF 31.25
1 Ferientag à 8 Stunden = 8 × CHF 31.25 = CHF 250.00

Die kleine Differenz zu den Methoden 1 und 2 kommt daher, dass 52 Wochen ≠ 365 Tage.

Methode 4: Auszahlung Ferienguthaben aus dem Ferienzuschlag

Die Methode geht davon aus, dass für beispielsweise 20 Ferientage 8.33% bezahlt werden. Für einen Ferientag ist somit 8.33% / 20 = 0.42% geschuldet. 

Berechnungsbeispiel: Monatslohn von CHF 5000.– (x 13)
20 Tage Ferien  

1 Ferientag = CHF 5000.– × 13 × (8.33% / 20) = CHF 270.75
oder rechnerisch identisch
1 Ferientag = CHF 5000.– × 13 / (260 – 20) = CHF 270.85

Methode 4 ist unüblich, aber aus rechtlicher Sicht zu bevorzugen. Sie entspricht der Berechnung des Ferienanspruchs im Stundenlohn: Bei einer Auszahlung von 20 Ferientagen werden tatsächlich 8.33% Ferien ausbezahlt, bei den andern Methoden sind es 7.66%. Methode 4 ergibt auch sehr ähnliche Werte wie bei einer Verlängerung des Arbeitsverhältnisses, um damit den Ferienbezug noch zu ermöglichen.

Anmerkung:
Mit den obigen Methoden der Ferienauszahlung werden – mit Ausnahme der Methode 4 – tatsächlich zu tiefe Ansätze für die Ferienauszahlung ausbezahlt.

Aus unserer Sicht muss die Berechnung der Ferienauszahlung gleich ausfallen, wie wenn das Arbeitsverhältnis um die Ferientage verlängert würde.

Bei einer Verlängerung des Arbeitsverhältnisses erhöht sich jedoch auch der Ferienanspruch, da dieser bis zum späteren Ende des Arbeitsverhältnisses gerechnet wird. Dies wird bei Methode 4 berücksichtigt, weshalb ein höherer Betrag errechnet wird. Bei den anderen Berechnungsmethoden ist, sofern dieser Aspekt berücksichtigt werden soll, zusätzlich der Ferienanspruch für die ausbezahlten Tage aufzurechnen. Insbesondere in Konfliktfällen werden damit allfällige Nachforderungen vermieden.

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