21.03.2017

Demografischer Wandel: Ältere, aber nicht weniger Arbeitskräfte

Auf dem Hintergrund des demografischen Wandels werden Themen des Personalmarketings vermehrt diskutiert. Kaum ein Unternehmen, welches sich nicht Gedanken macht, wie es sich für den Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte und die «erfolgskritischen Kompetenzen» rüstet. Was erwartet uns in Zukunft.

Von: Thomas Wachter   Drucken Teilen   Kommentieren  

Thomas Wachter

Nach mehreren Stellen in verschiedenen Unternehmungen, arbeitet T. Wachter nun seit 12 Jahren im Personalamt des Kantons Luzern. Früher als Bereichspersonalleiter, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung, aktuell als Leiter HR-Support sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Weitere Tätigkeiten sind: Lehrgangsleitungen und Dozent für Personalmanagement, -administration und -führung. T.Wachter ist unter anderem Autor und Herausgeber der WEKA-Werke «PersonalPraxis» und «Praxisleitfaden Personal».

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Demografischer Wandel

Der demografische Wandel führt nicht generell und wird auch nicht zu einem Mangel an Arbeitskräften führen. Dennoch bekunden besonders kleine bis mittelgrosse Unternehmen Mühe bei der Anwerbung qualifizierter Personen. Hauptgrund dafür ist nicht etwa ein Mangel an qualifiziertem Personal, sondern die Übermacht des Finanzsektors auf dem Arbeitsmarkt, der häufig attraktivere Angebote selbst für nicht im Finanzwesen ausgebildete Arbeitskräfte bietet.

Es gilt deshalb, den Markt der Mitarbeiter, den Arbeitsmarkt zu betrachten. Die Personalbeschaffung beginnt nicht erst bei der Stellenausschreibung. Schon lange vorher ist es wichtig, dass

  • das Unternehmen bei möglichen Mitarbeitern bekannt ist,               
  • es in der Öffentlichkeit über einen guten Ruf verfügt (Image),                   
  • die notwendigen Kontakte vorhanden sind, um mögliche Interessentinnen und Interessenten anzusprechen, wie beispielsweise Absolventen von Ausbildungen,                   
  • die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv zum Unternehmen eingestellt sind.

Steigende Bevölkerungszahl

Das Bundesamt für Statistik rechnet für die kommenden Jahre mit einer vermutlich steigenden Bevölkerungszahl. Allerdings ist die Prognose der Bevölkerungsentwicklung mit Unsicherheiten verbunden. Dabei geht das Bundesamt für Statistik von drei sehr unterschiedlichen Szenarien aus.

Im Jahr 2060 wird die Gesamtbevölkerungszahl zwischen 6,7 Mio. und 11,3 Mio. betragen, das mittlere Szenarium rechnet mit rund 9,0 Mio.

Demografischer Wandel – mehr ältere Personen

Dramatisch ist dabei die Entwicklung der Altersgruppen: während 2010 jede 6. Person über 65 Jahre alt war (17,1%), wird diese Bevölkerungsgruppe bis 2060 auf rund 28% anwachsen. Insbesondere wird mit einer starken Entwicklung des Anteils der über 80-jährigen Personen gerechnet.

20102060
65 Jahre und mehr1 343 00017,1%2 543 00028,3%+89%
20 bis 64 Jahre 4 878 00062,1%4 792 00053,3%-2%
0 bis 19 Jahre1 635 00020,8%1 652 00018,4%+1%
Total7 856 000100,0%8 987 000100,0%+14%

Entwicklung der Altersgruppen (Szenarium mittel, BFS 2010)

Diese Entwicklung wird mit dem so genannten Altersquotient ausgedrückt. Im Jahr 2010 kommen 27,5 Personen über 65 Jahren auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 20 bis 64. Bis 2060 steigt dieser Wert auf 53,1.

Höhere Soziallasten

Diese Entwicklung ist für die volkswirtschaftlichen Fragen sehr bedeutungsvoll. Es lässt sich unschwer erkennen, dass die Soziallasten massiv ansteigen. Für die betriebswirtschaftlichen Entwicklungen ist diese Entwicklung jedoch noch näher zu betrachten.

Anzahl der Erwerbstätigen konstant

Die Anzahl der Erwerbstätigen wird sich nicht – wie häufig behauptet – stark rückläufig entwickeln. Vielmehr rechnet das Bundesamt für Statistik bis 2060 im mittleren Szenarium mit einer praktisch konstanten Zahl der Erwerbstätigen. Allerdings wird der bisherige starke Anstieg (1995 auf 2010 um 16%) sich vermutlich nicht fortsetzen. Bis 2025 kann jedoch noch von einem leichten Anstieg um total rund 3% ausgegangen werden.

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