28.11.2017

Konflikte: 3 Tipps, wie Sie sich für erste Anzeichen sensibilisieren

Konflikte fallen nicht vom Himmel – sie werden auf Erden gemacht. Bevor jedoch ein Konflikt eskaliert, offenbaren ihn viele Anzeichen. Das beste Konfliktmanagement setzt deshalb auf die Früherkennung. Sensibilisieren Sie sich – und steuern Sie gegen.

Von: Brigitte Miller   Drucken Teilen   Kommentieren  

Brigitte Miller

Brigitte Miller ist freie Autorin und Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für namhafte Verlage und Online-Portale im In- und Ausland zu den Themenbereichen Management, Mitarbeiterführung, Zeitmanagement, Kreativität und Selbstmanagement. In ihre Beiträge lässt sie nicht nur die vielen Tipps und Erfahrungen fliessen, die sie durch Gespräche und Interviews erhält, sondern auch persönliche Erkenntnisse, die ihr der Berufsalltag beschert.

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Wenn die Mücke zum Elefanten wird

Konflikte treten auf – schnell und oftmals auf leisen Sohlen. Denn Auslöser für Konflikte gibt es tagtäglich viele. Mal ist es eine Meinungsverschiedenheit. Mal ein übergangen werden. Mal der Verlust des Gesichts, weil der Kollege einen im Meeting lächerlich machte und so demütigte.

Obwohl für einen Moment «nur» eine kleine Schieflage im Miteinander entstanden ist, hallt dieses Negativ-Echo nach. Bleibt die Schieflage ungelöst, gärt es im Betroffenen weiter. So lange bis sprichwörtlich aus der «Mücke ein Elefant wird»: Ein Konflikt ist entstanden. Ein Konflikt, der Stufe um Stufe eskalieren kann. Und bei jeder Stufe alle mit einbezieht: Kollegen, das Team, die Abteilung.

Deshalb sind Konflikte brandgefährlich. Deshalb ist ein Konfliktmanagement unerlässlich. Deshalb sollte so früh als möglich in den schwelenden Konflikt eingegriffen werden. Möglich ist dies. Denn jeder Konflikt kündigt sich an. Es gibt viele Anzeichen.

Die vielfältigen Anzeichen eines Konfliktes erkennen

Kein Konflikt gleicht dem anderen. Dennoch gibt es Signale, die bei jedem Konflikt auftreten. Machen Sie sich mit diesen typischen ersten Anzeichen vertraut.

 

Erste Anzeichen für einen schwelenden Konflikt
KommunikativSozial
  • die Möglichkeit desjenigen, sich mitzuteilen, wird eingeschränkt
  • ständiges Unterbrechen
  • Laut antworten oder anschreien
  • permanente Kritik – an Person und/oder Arbeit
  • ihm nicht mehr zuhören
  • Äusserungen zerpflücken
  • ironisch bis sarkastisch antworten
  • Vorschläge ignorieren und dann selbst einbringen
  • abwertende Blicke und Gesten
  • bei sozialem Miteinander (z.B. Mittagessen) denjenigen ausschliessen
  • wird wie «Luft» behandelt
  • in Meetings sitzt derjenige «alleine» – selbst minimalst wird von ihm abgerückt
  • Isolation in der Gruppe
  • keine Unterstützung bei Fragen
  • Begrüssungen ignorieren
  • persönlicher Austausch findet nicht mehr statt
Herabwürdigung der PersonArbeitsauswirkungen
  • Gerüchte werden verbreitet
  • Lächerlich machen
  • Mit Persönlichem bloss stellen
  • hinter dem Rücken schlecht über denjenigen reden
  • Körpersprache wie Gesten/Gang desjenigen werden negativ imitiert
  • Herkunft/Religion/Aussehen desjenigen werden angegriffen
  • Leistungsabfall
  • Verschlechterung der Zusammenarbeit/Teamarbeit
  • Erhöhung der Fehlerquote
  • Demotivation
  • Dienst nach Vorschrift
  • innere Kündigung
  • Kranksein und Zunahme der krankheitsbedingten Fehltage

Sensibilisieren Sie sich für schwelende Konflikte: 3 Tipps

Ob Sie nun Vorgesetzter sind, Teamsprecher oder «nur» ein Kollege, ein Konflikt geht letztendlich jeden an. Denn ein schwelender Konflikt vergiftet nach und nach das ganze Team. Halten Sie sich deshalb nicht zurück. Mischen Sie sich ein – die folgenden Tipps geben hierfür erste Impulse.

Tipp 1: Dem Bauchgefühl trauen – aber es auch hinterfragen

Meist spüren Sie lange etwas, bevor Sie den Konflikt für sich konkretisieren. Es ist so ein Bauchgefühl. Vielleicht ist die Arbeitsatmosphäre seit einigen Tagen angespannt. Vielleicht wird weniger gelacht. Vielleicht hat sich der Ton zwischen zwei Kollegen verschärft.

Sie registrieren die minimalste Veränderung, ohne ihr jedoch Beachtung zu schenken. Schliesslich gab es ja immer wieder mal «schlechte Tage im Team». Oder zwischen einzelnen Kollegen Unstimmigkeiten. Richtig. Und dennoch falsch. Da ein schnelles Wegschieben der eigenen Wahrnehmung verhindert, einen Konflikt zu benennen.

Nehmen Sie ab heute Ihr Bauchgefühl sehr ernst. Hinterfragen Sie es aber gleichzeitig:

  • Seit wann hat sich beispielsweise die Arbeitsatmosphäre verschlechtert?
  • Wie hat sich das Miteinander verändert?
  • Zwischen wem gibt es eine Veränderung? Welcher Art?
  • Gibt es erste Anzeichen, die auf einen Konflikt hinweisen? Welche sind es?
  • Halten diese Anzeichen an, d.h. verschwinden diese nicht nach einer Woche, sondern nehmen an Intensität zu?

Tipp 2: Ein Konflikttagebuch führen

Sammeln Sie Hinweise, die den schwelenden Konflikt offenbaren. Für einige Tage oder Wochen. Notieren Sie,

  • was vorgefallen ist: Reto unterbricht Anna zigmal, bis Anna schweigt.
  • wann es vorgefallen ist: Dienstag im Meeting.
  • wer alles beteiligt/anwesend ist: Das gesamte Team.

Zum einen untermauern Sie so Ihren Verdacht. Zum anderen haben Sie für alle Beteiligten unschlagbare Fakten. Gerade zu Beginn wird ein Konflikt gerne geleugnet «Ach, das siehst du falsch» oder «Zwischen mir und Reto? Da ist nichts. Wie kommst du darauf?»

Tipp 3: Mutig ansprechen

Sich für die ersten Anzeichen zu sensibilisieren, ist ein erster Schritt. Auf die Konfliktbeteiligten zuzugehen, der nächste. Erleichtern Sie sich diesen Schritt, indem Sie

  • Ich-Botschaften aussprechen. «Mir ist seit Tagen aufgefallen, dass wir anders miteinander reden. Häufige Unterbrechungen sind an der Tagesordnung …»
  • Ihre Beobachtung präzisieren. «…Vor allem Anna ist betroffen. …»
  • Ihre Schlussfolgerung darlegen. «… Es gibt noch mehr Signale, die für mich auf einen Konflikt hinweisen. Und die ich vor allem zwischen Dir, Reto, und Anna beobachtet habe…»
  • Ihr Bedürfnis äussern. «…Mir bereitet dies Sorgen. Lasst es uns gemeinsam klären und lösen.»

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