Pikettdienst: Der Arbeitsvertrag mit Bereitschaftsdienst
Inhalt
- Welche rechtlichen Regeln gelten für Pikettdienst und Rufbereitschaft in der Schweiz?
- Wie unterscheidet sich Pikettdienst von anderen Formen der Arbeit auf Abruf?
- Wie viele Pikettdienste darf eine Mitarbeitende pro Monat leisten?
- Wann gilt Pikettdienst als Arbeitszeit?
- Wie ist die Rufbereitschaft beim Pikettdienst ausserhalb des Betriebs zu entschädigen?
- Spezialregelungen für bestimmte Berufsgruppen
- FAQ: Pikettdienst
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Der Pikettdienst unterscheidet sich fundamental von der Arbeit auf Abruf. Beim Pikettdienst stehen Mitarbeitende für Notfälle oder Störungen zusätzlich zur regulären Arbeitszeit bereit, wobei die Anzahl der Einsätze gesetzlich begrenzt ist. Im Gegensatz dazu dient die Arbeit auf Abruf primär der Abfederung von Schwankungen im normalen Arbeitsanfall, wie etwa bei Gastronomie oder Coiffeursalons. Diese Abgrenzung ist entscheidend, da für beide Modelle unterschiedliche arbeitsrechtliche Vorschriften bezüglich Arbeitszeit und Entschädigung gelten.
Die wichtigsten Punkte:
- Pikettdienst ist eine zusätzliche Bereitschaft für Notfälle, nicht für normale Arbeitsspitzen.
- Im Normalfall dürfen Mitarbeitende höchstens sieben Tage pro vier Wochen Pikettdienst leisten.
- Pikettdienst im Betrieb zählt vollständig als Arbeitszeit, ausserhalb nur die effektive Einsatzzeit.
- Kurze Interventionszeiten können dazu führen, dass auch ausserbetrieblicher Dienst als Arbeitszeit im Betrieb gilt.
- Die Entschädigung für Rufbereitschaft ausserhalb des Betriebs sollte vertraglich geregelt werden.

Passende Arbeitshilfen
Welche rechtlichen Regeln gelten für Pikettdienst und Rufbereitschaft in der Schweiz?
Wie unterscheidet sich Pikettdienst von anderen Formen der Arbeit auf Abruf?
Beim Pikettdienst halten sich die Mitarbeitenden zusätzlich zur normalen Arbeit für allfällige Arbeitseinsätze bereit, sei es zur Behebung von Störungen, zur Hilfeleistung in Notsituationen oder für ähnliche Sonderereignisse. Als Beispiele dienen der Notfalldienst in einem Spital oder der Bereitschaftsdienst eines IT Mitarbeitenden zur Behebung einer Störung im Betriebssystem.
Der Pikettdienst ist nicht dazu da, Schwankungen im normalen Arbeitsanfall abzufangen. Hat sich eine Mitarbeitende an gewissen Arbeitstagen rufbereit zu halten, und wird sie nur zur Arbeit aufgeboten, sofern es genügend zu tun gibt, handelt es sich nicht um Pikettdienst, sondern um sogenannte Arbeit auf Abruf.
Arbeit auf Abruf leistet beispielsweise eine Restaurantmitarbeitende, die sich rufbereit halten muss und nur bei schönem Wetter zur Arbeit auf der Sonnenterrasse eingeteilt wird, oder ein Mitarbeitender eines Coiffeursalons, der nur zur Arbeit gerufen wird, sofern genügend Kundenaufkommen vorhanden ist. Die Abgrenzung zwischen Pikettdienst und Arbeit auf Abruf kann im Einzelfall schwierig sein, ist aber bedeutsam, da unterschiedliche Regelungen gelten.
Wie viele Pikettdienste darf eine Mitarbeitende pro Monat leisten?
Da der Pikettdienst zusätzlich zur normalen Arbeitsleistung erbracht wird und die Freizeitgestaltung dadurch in einem gewissen Masse eingeschränkt wird, unterliegt die Anzahl zulässiger Pikettdienste gesetzlichen Schranken. Im Normalfall dürfen Mitarbeitende in einem Zeitraum von vier Wochen an höchstens sieben Tagen zum Pikettdienst eingeteilt werden. Zudem muss nach Beendigung des letzten Pikettdiensts eine Phase von zwei Wochen ohne Pikettdienst erfolgen.
Wenn aufgrund der betrieblichen Grösse nicht genügend Personalressourcen vorhanden sind, dürfen Mitarbeitende ausnahmsweise in einem Zeitraum von vier Wochen an 14 Tagen zum Pikettdienst eingeteilt werden. In diesem Fall darf die Anzahl der tatsächlich geleisteten Piketteinsätze im Durchschnitt eines Kalenderjahrs jedoch nicht mehr als fünf Einsätze pro Monat betragen.
Sodann existieren auch beim Pikettdienst Vorschriften zur Einhaltung von Mindestruhezeiten.
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