18.03.2019

Anschaffung von Zeiterfassungssystemen: Welches ist das Richtige für mich?

Viele Firmen wickeln die Zeiterfassung noch sehr klassisch und arbeitsintensiv ab, oder aber mit Systemen, die dem heutigen Arbeitsmarkt gar nicht gewachsen sind. Sollte nicht gerade diese administrative Aufgabe möglichst wenig Zeit brauchen? Die Gesetzgebung und die von ihr geforderte Flexibilität schreien förmlich nach dem bestmöglichen Zeiterfassungssystem. Es geht also nicht darum, ob Sie eines einführen sollen, sondern welches.

Von: Max Keller  DruckenTeilen Kommentieren 

Max Keller

Max Keller ist Geschäftsführer der Firma Siaxma AG in Oensingen. Siaxma entwickelt Software für das Sicherheits- und Zeitmanagement sowie die Personalverwaltung.

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Arbeitszeiterfassung

Für die Anschaffung eines neuen oder die Ablösung eines Systems empfiehlt sich unbedingt eine professionelle Evaluation. Dabei stellen sich Ihnen wie auch dem potenziellen Anbieter eine ganze Reihe von Fragen, angefangen bei den gesetzlichen Vorgaben und dem betrieblichen Arbeitszeitreglement. Bei kleineren Systemen genügt ein gut aufgebauter Fragebogen, während bei grösseren Installationen oder spezifischen Anforderungen ein klares Pflichtenheft unabdingbar ist.

Zuerst: Bedürfnisse klar formulieren

Verschiedene Gründe können eine Software-Evaluation auslösen: Der Wunsch nach Kostenoptimierung, Effizienzsteigerung, besserer Integration in die Unternehmung sowie mehr Funktionalität und Flexibilität. Es ist daher wichtig, dass Sie bereits bei der Projektidee Ihre Vorstellungen und Rahmenbedingungen kennen, im Verlauf der Evaluation verfeinern und in geeigneter Form festhalten.

Pflichtenheft und Bewertungsdokumente

Das Pflichtenheft ist das Herzstück jeder Evaluation! Es muss durch die Verantwortlichen sowie die beteiligten Fachbereiche im Vorfeld erstellt werden. Da die Anforderungen an eine zukünftige Softwarelösung bereits vor dem ersten Anbieterkontakt definiert werden, sind subjektive Einschätzungen von bestehenden Produkten oder sonstige Präferenzen zu vermeiden.

Die gemeinsame Definition der Detailanforderungen bezieht die Mitarbeitenden frühzeitig ins Projekt mit ein. Das ist entscheidend für die spätere Akzeptanz der neuen Lösung. Es ist wichtig, die Bedürfnisse schriftlich festzuhalten und in einen Fragebogen an den Lieferanten einzuarbeiten. Stellen Sie klare Fragen, die mit «Ja» oder «Nein» beantwortet werden können.

Vorteile des Pflichtenhefts:

■ Bietet beiden Seiten eine gewisse Rechtssicherheit

■ Missverständnisse werden bereits im Vorfeld vermieden

■ Die Zusammenarbeit zwischen Kunde und Lieferant wird einfacher und effizienter

■ Preise und Produkte von verschiedenen Anbietern lassen sich vergleichen

■ Bietet dem Kunden eine gewisse Planungssicherheit für die Evaluation und Einführung

Praxistipps

Schnittstellen
Beschreiben Sie Ihre Software-Umgebung und welche Systeme mit der Zeiterfassung zusammenarbeiten sollen, z.B. ERP, Lohnprogramm etc. Überlegen Sie sich, ob sich daraus für Sie ein Mehrwert ergibt und ob Sie die Schnittstellen sofort oder später einrichten wollen. Diverse Zeiterfassungssysteme bieten Zusatzmodule wie Leistungserfassung, Abwesenheits- und Einsatzplanung etc. (vgl. Produktvergleich auf den Seiten 10-13). Denken Sie zukunftsorientiert und berücksichtigen Sie bei der Evaluation auch diese Optionen.

Kombisysteme
Klären Sie bei einem kombinierten System, z.B. Zeiterfassung und Zutrittskontrolle, ob es mit nur einer Datenbank arbeitet oder ob zwei einzelne über eine Schnittstelle miteinander verbunden werden. Dies bedeutet doppelten Wartungsaufwand und höhere wiederkehrende Kosten.

Infrastruktur
Zeichnen Sie Ihre IT-Struktur auf und stellen Sie klare Anforderungen in Bezug auf die Systemeigenschaften, damit die Integration in Ihre IT-Umgebung ohne unangenehme Überraschungen möglich ist.

Support
Einige Kunden wollen neben der täglichen Bedienung auch selbstständig Konfigurationsänderungen vornehmen können, andere überlassen dies lieber dem Hersteller. Definieren Sie, welchen Support Sie vom Hersteller wünschen bzw. erwarten.

Was wird es kosten?

Man unterscheidet zwischen Investitionskosten (einmalig) und Betriebskosten (wiederkehrend). Beachten Sie, dass neben den externen auch interne Kosten entstehen können. Berücksichtigen Sie ausserdem die späteren Instandhaltungskosten durch Updates und Upgrades. Nach der Inbetriebnahme sind Sie über viele Jahre auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Lieferanten angewiesen. Dazu sind transparente Vereinbarungen über den Umfang der Unterstützung und die Folgekosten erforderlich.

Wie finde ich überhaupt die Anbieter?

Wie können in einem Softwaremarkt die potenziellen Anbieter herausgefiltert werden? Neben Ihren persönlichen Kenntnissen stehen Ihnen beispielsweise folgende Quellen zur Verfügung: Internet, Fachliteratur/Branchenbücher, Kongresse/Seminare, Referenzen/Empfehlungen, Verbände/Vereinigungen und Fachmessen. Ausserdem gibt es auch unabhängige, Berater die während der gesamten Einführungsphase zur Seite stehen.

Erste Hürde: Die Offertprüfung

Am besten gehen Sie mehrstufig vor. In der Grobevaluation ermitteln Sie mögliche Anbieter aufgrund der wichtigsten Anforderungen. Dann überprüfen Sie alle eingegangenen Offerten auf Darstellung, Klarheit, Vollständigkeit und Konsistenz. Wurden die K.o-Kriterien erfüllt? Wird ein Muss-Kriterium nicht erfüllt, scheidet dieser Anbieter hier aus.

Dann waren‘s nur noch drei

In der Detailevaluation konzentrieren Sie sich auf maximal drei Anbieter. Erarbeiten Sie einen Auswertungsplan, in dem Sie die von Ihnen geforderten Punkte mit einer Wertung versehen. Grundsätzlich geht es darum, den Erfüllungsgrad und die Kosten der offerierten Lösung möglichst exakt zu ermitteln. Als Hilfsmittel dienen Bewertungsblätter mit den Gewichtungen der einzelnen Kriterien. Lassen Sie sich die Funktionen zudem an einem Demo-Live-System zeigen und holen Sie sich anschliessend Meinungen eines Referenzkunden ein.

Wenn die Würfel fallen

Nachdem Sie die Nutzwerte und die Gesamtkosten erfasst haben, können Sie anhand dieser zwei Komponenten die «beste Lösung» ermitteln. Ein Kosten-Nutzen-Diagramm kann hier helfen:

Jetzt wird’s ernst

Haben Sie sich für eine Software-Lösung entschieden, müssen die Einführungsphase und Vertragsverhandlungen geplant werden. Falls Sie bereits ein Zeiterfassungssystem im Einsatz haben, ist wichtig, zu definieren, was für Daten (Feriensaldi, Überzeitsaldi etc.) aus dem bestehenden System übernommen werden sollen. Dadurch kann das neue System auf das alte abgestimmt werden.

Die Mitarbeiterakzeptanz ist wichtig

Je besser die Systemverantwortlichen und Vorgesetzten vor der Einführung geschult werden, desto mehr Vertrauen haben später die Mitarbeitenden in das System. Halten Sie deshalb fest, wie lange und bei welchen Schritten der Lieferant Sie in der Einführungsphase begleitet. Lassen Sie vom Lieferanten ein Schulungskonzept ausarbeiten. Den Mitarbeitenden sollte das System später selbsterklärend erscheinen. Die Arbeitszeitregelungen und die mit der Zeiterfassung verbundenen Pflichten müssen den Mitarbeitenden bekannt sein. Ein gutes System beinhaltet die Option, dass die Mitarbeitenden nicht nur die Arbeitszeiten, sondern auch die Absenzen und die Korrekturen selbständig erfassen sowie Abfragen und Reports generieren können.

In Kürze

Die Beschaffung einer Zeiterfassungssoftware will sorgfältig vorbereitet sein. Um eine professionelle Evaluation von mehreren Produkten kommen Sie kaum herum. Überlegen Sie sich genau, was Sie benötigen und erwarten. Halten Sie Ihre Anforderungen und Fragen – und jene Ihrer Mitarbeitenden – detailliert fest, bevor Sie den ersten Kontakt mit einem Anbieter herstellen. Denken Sie langfristig und überlegen Sie sich, ob Drittsysteme eingebunden werden sollen. Prüfen Sie die Angebote genau und selektionieren Sie systematisch. Wenn Sie strukturiert vorgehen und eine saubere Evaluation durchführen, werden Sie mit grosser Wahrscheinlichkeit das richtige Produkt für Ihre Bedürfnisse finden.

Diese Checklisten auf www.siaxma.ch/zeit in der Rubrik Tipps & Tricks können Ihnen dabei helfen:

  • Anforderungsarten
  • Aufbau eines Pflichtenhefts
  • Kostenarten
  • Request for Information

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