09.01.2015

Berufsunfall: Wann bezahlt die Versicherung?

Bei Unfällen wird in aller Regel die obligatorische Unfallversicherung (UVG) leistungspflichtig. Doch was wird unter einem Berufsunfall verstanden und wer bezahlt? In diesem Beitrag erhalten Sie Antworten auf häufige Fragen.

Von: René Mettler   Drucken Teilen   Kommentieren  

René Mettler, eidg. dipl. Versicherungsfachmann

René Mettler arbeitet nach über zwanzigjähriger Erfahrung in den Schadenabteilungen von Versicherungsgesellschaften und nach seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des Schleudertrauma-Verbandes seit 2002 als selbständiger Berater für verunfallte und erkrankte Personen in Versicherungs- und Leistungsfällen. Er ist in den Bereichen Haftpflicht-, Versicherungs- und Sozialversicherungsrecht Dozent an verschiedenen Schulen/Fachhochschulen.

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Berufsunfall

Als (Berufs-)Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (ATSG, Art. 4).

Die Anerkennung eines Unfalles bzw. von Unfallfolgen erfordert, dass die einzelnen Unfallmerkmale erfüllt sind:

  • Schädigende Einwirkungen auf den menschlichen Körper;
  • Plötzlichkeit;
  • Nicht beabsichtigt = unfreiwillig;
  • Äusserer Faktor;
  • Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors

Im Rahmen der obligatorischen Unfallversicherung (UVG) wird zwischen

  • Berufsunfall und
  • Nichtberufsunfall

unterschieden.

Ein Berufsunfall ereignet sich während der Arbeitszeit, Nichtberufsunfälle während der Freizeit oder auf dem Arbeitsweg.

Berufsunfall, Nichtberufsunfall und Versicherung

Versichert sind Berufskrankheiten, Berufs- und Nichtberufsunfälle. Ausnahme: Arbeitnehmer mit weniger als durchschnittlich acht Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber sind nur gegen Berufsunfälle und Unfälle auf dem direkten Arbeitsweg versichert.

Bei einem Nichtberufsunfall gehen die Behandlungskosten zulasten des Krankenversicherers. Ein Anspruch auf Taggelder der Unfallversicherung (UVG) besteht nicht. Für den Arbeitgeber gilt dann die gleiche Lohnfortzahlungspflicht wie bei Krankheit.

Neben Unfällen sind auch unfallähnliche Körperschädigungen, Rückfälle und Spätfolgen eines Unfalls unfallversichert.

Auch bei Unfällen stellt sich die Verschuldensfrage. Die Leistungen der Unfallversicherung können bei Absicht, Grobfahrlässigkeit, bei aussergewöhnlichen Gefahren und Wagnissen gekürzt oder sogar vollumfänglich verweigert werden. Dies ist beispielsweise bei einem absichtlichen Herbeiführen der Schädigung, bei Beteiligung an Raufereien und Schlägereien starker Provokation oder bei gefährlichen Sportarten der Fall.

Obligatorisch unfallversichert sind grundsätzlich alle Arbeitnehmer, ohne Rucksicht auf deren Alter und Einkommen. Bei Ausscheiden von Arbeitnehmer aus dem Unternehmen haben Sie die Möglichkeit, eine Abredeversicherung abzuschliessen. Den Arbeitgeber trifft eine entsprechende Informationspflicht.

Die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung können durch eine freiwillige UVG Zusatzversicherung ergänzt werden. Familienzulagen werden zwar nach Eintritt einer unfall- oder berufskrankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit noch befristet ausgerichtet. Nichtsdestotrotz bilden sie Bestandteil der Berechnung der Geldleistungen in der Unfallversicherung.

Eine Besonderheit bilden Unfälle, welche ein Arbeitnehmer während eines Militärdienstes erleidet. Für die Folgen eines solchen Unfalls erbringt ausschliesslich die Militärversicherung (MVG) die gesetzlichen Leistungen.

Meldung bei einem Unfall

Erleidet ein Arbeitnehmer einen Unfall, muss er sofort seinen Arbeitgeber über das Unfallereignis informieren. Dieser meldet den Unfall seinem Unfallversicherer.  Auch bei einem (Berufs-)unfall kann der Arbeitgeber ein Arztzeugnis verlangen. Es gelten die gleichen Rahmenbedingungen wie bei einer Krankheit.

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