29.12.2015

AHV Beitrag: Beitragspflichtige Personen und Beitragshöhe

Beiträge an die AHV leisten alle erwerbstätigen Personen (also auch Selbstständigerwerbende) ab 1. Januar des Jahres, in dem sie das 18. Altersjahr erreichen werden, für nichterwerbstätige Personen (Schüler und Studenten) am 1. Januar des 21. Altersjahres. Wie hoch die Beiträge sind und wer von der Beitragspflicht ausgenommen ist, erfahren Sie hier.

Von: Thomas Wachter   Drucken Teilen   Kommentieren  

Thomas Wachter

Nach mehreren Stellen in verschiedenen Unternehmungen, arbeitet T. Wachter nun seit 12 Jahren im Personalamt des Kantons Luzern. Früher als Bereichspersonalleiter, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung, aktuell als Leiter HR-Support sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Weitere Tätigkeiten sind: Lehrgangsleitungen und Dozent für Personalmanagement, -administration und -führung. T.Wachter ist unter anderem Autor und Herausgeber der WEKA-Werke «PersonalPraxis» und «Praxisleitfaden Personal».

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben. Wir freuen uns, wenn Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel verfassen.
 
Kommentar schreiben

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben! Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte Wert angeben!

Bitte alle fett beschrifteten Pflichtfelder ausfüllen.
Zurücksetzen
 
AHV Beitrag

Unselbständigerwerbende und geringfügige Einkommen

Vom Erwerbseinkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit haben Versicherte und ihre Arbeitgeber je 5,125% AHV/IV/EO-Beiträge zu bezahlen. Davon entfallen auf die AHV 4,2%.

Bei Unselbstständigerwerbenden gilt jedes Entgelt für geleistete Arbeit – inkl. Nebenbezüge – als AHV-beitragspflichtiger Lohn. Als AHV-prämienpflichtiger Lohn gelten auch Naturalleistungen, welche Arbeitnehmende als Entgelt für ihre geleistete Arbeit erhalten. In der Regel bestehen derartige Naturalleistungen in der Gewährung von Verpflegung und Unterkunft oder aber im Verzicht auf Mietzins für Wohnungen.

Geringfügige Einkommen, auch bekannt unter geringfügiger Lohn, bis CHF 2'300.– pro Arbeitgeber und pro Jahr sind grundsätzlich von der AHV Beitragspflicht ausgenommen. Dabei gelten folgende Regelungen:

  • Die Versicherten können verlangen, dass auch auf geringfügigem Lohn Beiträge erhoben werden. Dies muss spätestens beim Vorliegen der Lohnabrechnung geschehen. Länger rückwirkend kann der Arbeitnehmer nicht mehr verlangen, dass Beiträge abgerechnet werden.
  • Auf dem Lohn, welcher in Privathaushalten erzielt wird, sind immer Beiträge abzurechnen. Für Haushalthilfen oder Reinigungsangestellten in Privathaushalten gilt die obige Regelung somit nicht. Die frühere Möglichkeit der Verzichtserklärung besteht nicht mehr.
  • Für die Unfallversicherung gilt die Befreiung von geringfügigem Einkommen nicht. Es müssen somit alle Löhne unfallversichert werden (Berufsunfall immer, Nichtberufsunfall nur ab 8 Wochenstunden).

Die Beitragszeit endet am letzten Tag des Monats, in welchem die versicherte Person das ordentliche Pensionsalter erreicht hat, sofern die Person nicht weiterhin erwerbstätig ist.

Erwerbstätige Rentner

Erwerbstätige Rentner haben nur von demjenigen Teil ihres Erwerbseinkommens AHV-Beiträge zu bezahlen, welcher folgende Freibeträge übersteigt:

  • im Monat CHF 1'400.-
  • im Jahr CHF 16'800.-

Arbeiten Rentner für mehrere Arbeitgeber, so gilt der Freibetrag für jedes einzelne Arbeitsverhältnis. Die Freibeträge gelten auch, wenn die Rentner neben einer selbstständigen gleichzeitig einer oder mehreren unselbstständigen Erwerbstätigkeiten nachgehen.

AHV Beitrag Selbstständigerwerbender

Selbstständigerwerbende sind ebenfalls ab dem 1. Januar des Kalenderjahres pflichtig, in dem sie das 18. Altersjahr erreichen.

Bei Selbstständigerwerbenden ermittelt in der Regel die kantonale Steuerbehörde das für die Berechnung der Beiträge massgebende Erwerbseinkommen. Ist auch Eigenkapital inverstiert, berechnet sich das beitragspflichtige Einkommen wie folgt:

Aktuelles Einkommen des Beitragsjahres minus Zinssatz mal im Betrieb investiertes Eigenkapital

Der Prämiensatz für Selbstständigerwerbende beträgt für die AHV/IV/EO 9,50% des prämienpflichtigen Einkommens. Für Einkommen von CHF 9'400.– bis CHF 56'400.– pro Jahr gelten reduzierte Beitragssätze für die Beiträge. Für Einkommen unter CHF 9'400.– ist der Minimalbeitrag von CHF 480.– geschuldet, sofern der Mindestbeitrag nicht bereits durch eine unselbstständige Erwerbstätigkeit geleistet wurde.

Die Ausgleichskassen erheben zusätzlich Verwaltungskostenbeiträge von max. 5% der Beiträge.

AHV Beitrag Nichterwerbstätiger

Als Nichterwerbstätige gelten

  • Personen, die kein oder nur ein geringes Erwerbseinkommen (unter CHF 4'660.20 / Jahr, da 4 660.20 × 10,30% = 480.–) erzielen. Dazu gehören auch vorzeitig Pensionierte sowie Empfänger und Empfängerinnen von Krankentaggeldern. Die Beiträge werden aufgrund des Vermögens und des Renteneinkommens berechnet.
  • Versicherte, die nicht dauernd voll erwerbstätig sind. Es sind dies Personen, welche weniger als 9 Monate / Jahr oder weniger als 50% der üblichen Arbeitszeit erwerbstätig sind und deren Beiträge aus der Erwerbstätigkeit (inklusive Arbeitgeberbeiträge) weniger als die Hälfte der Beiträge ausmachen, die als Nichterwerbstätige fällig wären. Beispiele: Personen mit Kleinpensen, unbezahlter Urlaub, Pensionierung im Kalenderjahr.

Für Nichterwerbstätige beträgt ab 1. Januar, in welchem das 21. Altersjahr vollendet wird, der Mindestbeitrag CHF 480.– pro Kalenderjahr. Damit ist die Beitragspflicht erfüllt. Andernfalls droht eine spätere Kürzung der AHV-Rente.

Die eigenen Beiträge gelten als bezahlt, sofern der Ehegatte als Arbeitnehmer Beiträge von mindestens der doppelten Höhe des Mindestbeitrags (CHF 960.–) bezahlt hat.

Praxis-Beispiel
Eine Mitarbeiterin wird mit 61 Jahren pensioniert. Ihr Ehepartner ist im Rentenalter. Die Mitarbeiterin ist als Nichterwerbstätige bis zum Erreichen des Rentenalters AHV-pflichtig. Bezahlt sie keine AHV-Beiträge, so drohen Beitragslücken.

Praxis-Beispiel
Ein Mitarbeiter ist wegen einer Krankheit lange arbeitsunfähig. Die betriebliche Lohnfortzahlung endet nach 3 Monaten, danach bezahlt die Taggeldversicherung. Der Mitarbeiter ist ab dann als Nichterwerbstätiger AHV-pflichtig. Bezahlt er keine AHV-Beiträge, so drohen ebenfalls Beitragslücken.

Arbeitshilfen Sozialversicherungen

Produkt-Empfehlung

PersonalPraxis Premium

PersonalPraxis Premium

Einfache und komplexe Personalaufgaben sicher umsetzen, Geschäftsleitung und Linienverantwortliche kompetent unterstützen.

ab CHF 348.00

Produkt-Empfehlung

Newsletter Arbeitsrecht

Newsletter Arbeitsrecht

Die neusten Gerichtsentscheide und Praxisfälle, verständlich kommentiert.

CHF 98.00

Seminar-Empfehlungen

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Sozialversicherungen Refresher I - Grundlagen

    Frischen Sie Ihre Grundkenntnisse auf!

    Nächster Termin: 06. September 2017

    mehr Infos

  • Praxis-Seminar, 1 Tag, ZWB, Zürich

    Sozialversicherungen Refresher II

    Leistungen bei Krankheit, Unfall und Mutterschaft

    Nächster Termin: 20. Juni 2017

    mehr Infos