Einführungsprogramm: Personaleinführung optimal planen

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Die Phase zwischen Vertragsunterzeichnung und erstem Arbeitstag, das Preboarding, ist entscheidend für eine effiziente Integration neuer Mitarbeitender. Ein gut strukturiertes Programm berücksichtigt sowohl fachliche als auch soziale Aspekte, um die Selbständigkeit und Entscheidungsfähigkeit zu beschleunigen. Dies gilt sowohl für den traditionellen Offline-Arbeitsplatz als auch für rein digitale oder hybride Szenarien, wobei spezifische Tools und Massnahmen angepasst werden müssen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Das Preboarding beginnt mit der Vertragsunterzeichnung und dient der Vorbereitung auf den ersten Arbeitstag.
  • Ein erfolgreiches Einführungsprogramm integriert neue Mitarbeitende sowohl fachlich als auch sozial in das Team.
  • Digitale Onboarding-Prozesse erfordern angepasste Instrumente wie Videovorstellungen und virtuelle Kaffeepausen.
  • Der Vorgesetzte trägt die Hauptverantwortung für die Einführung, unterstützt durch die HR-Abteilung.
  • Regelmässige Feedbackgespräche während der Probezeit sind essenziell, um Missverständnisse zu vermeiden.
03.03.2026 Von: Diana Roth
Einführungsprogramm

Wie plane ich ein effektives Einführungsprogramm für neue Mitarbeitende?

Sie haben den passenden Mitarbeiter gefunden? Ich gratuliere – nun beginnt das Preboarding (Vorbereitungsphase). Diese Phase beginnt bei der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages und geht bis zum ersten Arbeitstag. Da die Personalkosten ein grosser Kostenblock eines jeden Unternehmens sind, besteht nun ein starkes Interesse an einer effizienten, nachhaltigen Integration des neuen Mitarbeitenden. Ein gut strukturiertes Einführungsprogramm hilft dem neuen Mitarbeitenden, sich schnell in das Unternehmen einzufinden.

Die Einführung des neuen Mitarbeiters nimmt damit seinen Anfang. Die wichtigen Vorbereitungsarbeiten, die in den Verantwortungsbereich des HR-Abteilung gehören, beginnen. Oftmals vergehen mehrere Wochen von der Vertragsausstellung bis zum tatsächlichen Eintritt des neuen Mitarbeitenden. Umso wichtiger, dass während dieser Zeit guten Kontakt gepflegt wird.

Das Preboarding kann die Einladung zu anstehenden Firmenanlässen beinhalten genauso wie Geburtstagskarten, rechtzeitiges Zusenden von dem geplanten Einführungsplan sowie Video-Grüsse des neuen Teams.

Eine gute Einführung hat immer 2 Ziele:

  • Die rasche Integration ins Team/Firma/Aufgabe
  • Beschleunigung der Selbständigkeit und Entscheidungsfähigkeit.

Hierbei sollte man immer die fachlichen wie die sozialen Ebenen berücksichtigen.

Ein Einführungsprogramm schafft Übersicht

Oftmals werden fachliche Themen sehr gut vorbereitet. Z.B. die Planung wie Sachthemen vermittelt werden, damit der neue Mitarbeiter rasch seine Arbeit selbstständig erledigen kann. Die eigentliche Herausforderung stellt die soziale bei vielen Neueintritten dar. Es geht hier um die Integration in das Team und Unternehmen.

Damit die soziale wie fachliche Ebene gelingt, bedarf es einer guten Planung des ersten Arbeitstages und der folgenden Woche (Orientierungsphase) mit einem Einführungsprogramm, welches die Durchführung von Standortgesprächen sowie des Probezeitgespräches beinhaltet.

Was offline bereits etabliert ist und mehrfach durchgespielt, stellt für viele Firmen online ein Problem dar. Dabei gilt: was offline geht – geht oftmals auch online, einfach ein wenig anders.

Der neue Mitarbeiter erhält online wie offline alle Namen der neuen Mitarbeitenden, den Eintrittstermin und Uhrzeit zugesandt. Er wird vorab während des Onboardings über die Ausstattung des Arbeitsplatzes online/offline, Arbeitsmaterialen, Telefonanschluss, E-Mail-Adresse, Zutrittsberechtigungen, Visitenkarten etc. bestens informiert.

Die Instrumente die den Einführungstag online begünstigen sind z.B.

  • Zoom-Meetings
  • Videovorstellungen von Abteilungen
  • Virtuelle Kaffeepausen
  • Virtuelle Pausenräume
  • Virtuell angeleitete Wissensforen
  • E-Learning-Tools

Die erste gemeinsame Mittagspause gelingt online, wenn man dem neuen Mitarbeiter z.B. vom Pizzaservice genau wie den anderen Mitgliedern des Teams, das Mittagessen ausliefern lässt und man sich dann gemeinsam in Zoom zum Essen und kollegialen Austausch trifft.

Viele Firmen senden sogar ihr Wellcome-Paket vorab mit der Post. Hier ist die Begrüssungskarte von allen unterschrieben und auch ein Firmen Give-away dabei, welches zum Ausdruck bringt: «Wir freuen uns auf Sie! Welcome on Board!»

Der Kontakt zum Götti (Mentor) und Vorgesetzten mit geplanten Zoom-/Teamsitzungen stellt dabei das Herzstück dar. Ob es sich nun um ein individuelles Detailprogramm für einen einzelnen Mitarbeiter oder ein Gruppenprogramm handelt, beides ist online ähnlich planbar, wie offline.

Um ein Einführungsprogramm zu gestalten, benötigt es eine genaue Absprache mit dem Vorgesetzten und Mentor. Hilfreiche HR-Instrumente sind hier die Stellenbeschreibung wie das Anforderungsprofil.

Die Punkte, die im Anforderungsprofil z.B. mit einer hohen Priorität mit einem Muss bezeichnet wurden, sollten im Einführungsprogramm unbedingt mit der entsprechenden Einführungszeit und Einsätzen, vorgesehen werden.

Die Vorbereitung eines Eintritts sollte seriös und überlegt erfolgen. Idealerweise werden diese nachstehenden Massnahmen beachtet:

OfflineOnline
Besichtigung AbteilungenVideoaufnahmen der Abteilungen
Kennenlernen durch gem. Pausen, GesprächKennenlernen durch gem. virtuelle Pausen, Gespräche
Schulungen durch interne SpezialistenVideo-Schulungen durch interne Spezialisten live oder per Video-Schulung (E-Learning)
Praktische EinsätzeAbgabe von Arbeiten, die online erledigt werden können (die IT spielt in Online-Einführungszeiten eine besonders grosse Rolle)
Informationen direktInformationen per Zoom, Video, Telefon, Chat (geplant und organisiert)

Der Personalgewinnungsprozess ist erst mit der erfolgreichen Probezeit abgeschlossen. Ab hier beginnt der eigentliche Integrationsprozess (drei bis zwölf Monate), welche andere Begleitformen von der Personalabteilung und Vorgesetzten fordert.

Ein Grund mehr, diese Pre- und Onboardingphase intensiv zu nutzen. Sie bietet doch die Gelegenheit zu prüfen, ob die Erwartungen auf beiden Seiten an die zukünftige Zusammenarbeit erfüllt werden kann.

Daher ist jede Probezeit – egal ob online oder offline durchgeführt – mit klar definierten Zielen verbunden. Im Vordergrund steht vor allem der Informationsaustausch, das Beseitigen von Missverständnissen und das Klären von Fragen und damit die Möglichkeit Korrekturen vorzunehmen.

Das bedeutet gleichzeitig, dass regelmässige Feedbackgespräche vor dem endgültigen Abschlussgespräch stattgefunden haben.  Diese Zwischengespräche schützen nicht nur Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vor falschen Erwartungen – sondern auch vor einer etwaigen bösen Überraschung am Ende der Probezeit.

Jede Probezeit muss mit einem Gespräch und einer ersten Beurteilung abgeschlossen werden. Egal, ob Sie dafür einen standardisierten Fragebogen nehmen oder dies individuell gestalten, wichtig ist, dass Sie dem Mitarbeiter bereits damit einen wertschätzenden Einstieg ins Unternehmen und ins Team ermöglichen.

Hier einige Beispielfragen, die Sie angepasst anwenden können:

  1. Wie stark deckt sich die Beschreibung der Stelle im Vorstellungsgespräch mit den tatsächlichen Aufgaben?
  2. Was hat Ihnen in den ersten Wochen besonders gefallen?
  3. Was hat Sie in den ersten Wochen irritiert/geärgert?
  4. Was haben Sie sich ganz anders vorgestellt?
  5. Was brauchen Sie noch von uns, damit die Zielerreichung klappt?
  6. Wie ist die Integration ins Team verlaufen?
  7. Welche Hilfestellungen benötigen Sie hier noch?
  8. Wie wurde der Einführungsplan eingehalten?
  9. Welche Punkte sollten wir in einer zukünftigen Einführung noch beachten?

Damit wird es klar: die Einführung von neuen Mitarbeitenden ist in der Verantwortung des Vorgesetzten. Die HR-Abteilung unterstützt die Führungskräfte. Die überlegte Art und Weise wie neue Mitarbeitende eingeführt werden sichert die erfolgreiche Zusammenarbeit der Zukunft.

Checkliste

  • Kontakt zum neuen Mitarbeitenden vor dem Eintritt pflegen (Einladungen, Karten, Videogrüsse).
  • Einführungsplan und Arbeitsmaterialien rechtzeitig zusenden.
  • Zutrittsberechtigungen, E-Mail-Adresse und Telefonanschluss vorab einrichten.
  • Mentor (Götti) und Vorgesetzten für geplante Sitzungen festlegen.
  • Standortgespräch und Probezeitgespräch im Kalender einplanen.
  • Für hybride Szenarien: Gemeinsame virtuelle Mittagspause oder Lieferdienst für das Mittagessen organisieren.
  • Virtuelle Kaffeepausen und Pausenräume für informellen Austausch bereitstellen.
  • Willkommenspaket mit unterschriebener Begrüssungskarte und Firmen-Give-away versenden.
  • E-Learning-Tools und Videovorstellungen von Abteilungen vorbereiten.
  • Klare Absprache mit Vorgesetztem und Mentor über das individuelle Detailprogramm treffen.

FAQ: Einführungsprogramm

Wann beginnt das Preboarding?

Das Preboarding beginnt mit der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages und dauert bis zum ersten Arbeitstag des neuen Mitarbeitenden.

Wer trägt die Verantwortung für die Einführung neuer Mitarbeitender?

Die Verantwortung für die Einführung liegt primär beim Vorgesetzten. Die HR-Abteilung unterstützt die Führungskräfte bei der Umsetzung und Planung.

Wie kann ein einführungsprogramm online gestaltet werden?

Online lässt sich das Programm durch Zoom-Meetings, Videovorstellungen, virtuelle Kaffeepausen, E-Learning-Tools und die gemeinsame Bestellung von Mittagessen gestalten. Was offline funktioniert, ist auch online möglich, erfordert jedoch angepasste Instrumente.

Wann endet der Personalgewinnungsprozess?

Der Personalgewinnungsprozess ist erst mit der erfolgreichen Probezeit abgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der eigentliche Integrationsprozess, der drei bis zwölf Monate dauern kann.

Welche Rolle spielen Feedbackgespräche in der Probezeit?

Regelmässige Feedbackgespräche vor dem Abschlussgespräch schützen beide Seiten vor falschen Erwartungen und bösen Überraschungen. Sie ermöglichen den Informationsaustausch, das Beseitigen von Missverständnissen und das Klären von Fragen.

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