08.03.2016

Stellenausschreibung: Der erfolgreiche Einsatz des Stelleninserats

Eine professionelle Stellenausschreibung ist das A und O für den Erfolg einer Kampagne. Dabei entscheidet sich, ob die richtigen Kandidatinnen und Kandidaten angesprochen werden können.

Von: Thomas Wachter   Drucken Teilen   Kommentieren  

Thomas Wachter

Nach mehreren Stellen in verschiedenen Unternehmungen, arbeitet T. Wachter nun seit 12 Jahren im Personalamt des Kantons Luzern. Früher als Bereichspersonalleiter, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung, aktuell als Leiter HR-Support sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Weitere Tätigkeiten sind: Lehrgangsleitungen und Dozent für Personalmanagement, -administration und -führung. T.Wachter ist unter anderem Autor und Herausgeber der WEKA-Werke «PersonalPraxis» und «Praxisleitfaden Personal».

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Stellenausschreibung

Die Stellenausschreibung

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, dass die Stellenausschreibung über das richtige Medium erfolgt und zielgruppengerecht formuliert und gestaltet ist, um die gewünschten Bewerbenden zu erreichen. So meldet sich beispielsweise kaum ein Controller auf ein Inserat in einem lokalen Gratisanzeiger, und umgekehrt ist es nicht sinnvoll, eine Raumpflegestelle in der NZZ auszuschreiben.

 

Stellenausschreibungen können an verschiedenen Orten eingesetzt werden:

  • Interne Stellenausschreibung: zielt darauf ab, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens auch externe Personen auf die Vakanz aufmerksam machen.
  • Stelleninserate in Printmedien: Tageszeitungen, Gratiszeitungen, Fachzeitschriften etc. Es ist das Printmedium zu wählen, welches von der Zielgruppe auch tatsächlich gelesen wird.
  • Stelleninserate im Internet: Job-Plattformen oder auf der eigenen Homepage.

Ziele eines Stelleninserates

Mit einem Stelleninserat werden für die Stellenausschreibung gleichzeitig verschiedene Ziele verfolgt:

Aufmerksamkeit

Ein Inserat muss – wie eine Produktewerbung – zuerst die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Ein unattraktives Inserat wird gar nicht gelesen und kann somit seine Funktion nicht erfüllen.

Informationsbedürfnis

Ein Stelleninserat soll sachlich und informativ sein. Damit die Bewerberin oder der Bewerber abschätzen kann, was die angebotene Stelle genau umfasst, müssen genügend Details und konkrete Informationen vermittelt werden.

Akquisitionswirkung

Da die meisten Entscheidungen unseres Lebens – also auch ein Stellenwechsel – stark von emotionalen Gründen mitbestimmt werden, hat jenes Personalinserat den grössten Erfolg, das die zukünftige Mitarbeiterin oder den zukünftigen Mitarbeiter als Menschen anspricht und auch auf die Erwartungen eingeht. Jede Stelle bietet etwas ganz Besonderes! Vielleicht ist es die internationale Firma, die ganz spezielle Unternehmenskultur, die interessante Aufgabe, das Arbeitsteam oder die Gewinnbeteiligung.

Selektionswirkung

Das Stelleninserat soll die Leserin oder den Leser unterstützen, die Eignung und Neigung für die Stelle abzuschätzen. Ziel ist es, die richtigen Bewerbungen zu erhalten. Eine grosse Anzahl Bewerbungen heisst noch nicht, dass die richtigen dabei sind. Unnötig viele Bewerbungen bedeuten für alle Beteiligten einen grossen, überflüssigen Aufwand und auf Seiten der Bewerbenden auch meist Enttäuschungen. Ziel ist es, eine Anzahl gezielter Bewerbungen zu erhalten, welche in Bezug auf die ausgeschriebene Stelle evaluiert werden können.

Imageförderung

Image und Corporate Identity: Ziel eines Stelleninserates ist es immer auch, das Unternehmen in der Öffentlichkeit positiv darzustellen. Stelleninserate werden von vielen Menschen gelesen: potenziellen Kunden, Mitarbeitern, Aktionären, Lieferanten, einer grossen Öffentlichkeit etc. Insofern trägt das Stelleninserat zur Corporate Identity bei.

Praxis-Tipp: Verwenden Sie viel Sorgfalt für die Ausarbeitung des Inserates für Ihre Stellenausschreibung. Ein präzises und detailliertes Inserat ist aufwändiger und teurer als ein Inserat nach dem Muster "Produktionsbetrieb sucht Mechaniker. Bewerbungen an …" Die Mehrkosten sind eine Investition ins Firmenimage und lassen sich durch den geringeren Aufwand bei der Selektion leicht wieder einsparen. Die Bewerbungen, welche Sie erhalten, sind erfahrungsgemäss gezielter und geben Ihnen eine genauere Auskunft über die Erfüllung des Anforderungsprofils.

Verschiedene Inseratetypen für die Stellenausschreibung

Inserat mit Firmenangabe

Das klassische Inserat ist die am weitesten verbreitete Form der Personalsuche. Es bietet auch Gelegenheit, Personalinserate und übrige Image-Werbung nahtlos miteinander zu verbinden.

Inserat Personalberatung

Verbindet gewissermassen die Vorteile des erstgenannten Typen. Diskretion aus hausinternen Gründen sowie die garantierte Vertraulichkeit nach allen Seiten können den Beizug einer Personalberatung rechtfertigen. Ausserdem bietet dieser Typ eine echte Dienstleistung für Firmen, die den mit der Personalsuche und der Stellenausschreibung verbundenen Aufwand nicht betreiben können oder wollen.

Sammelinserat

In einer einzigen – meist grosszügigen Anzeige – erscheinen mehrere Stellenangebote. Sammelinserate sind dann sinnvoll, wenn ähnliche Positionen oder verschiedene Positionen mit ähnlichen Ansprüchen darin zusammengefasst werden, z.B. für den Aufbau einer neuen Firma, eines neuen Firmenzweiges oder einer ganzen Abteilung. Das Sammelinserat kann eine Alternative zu verschiedenen kleineren Anzeigen sein. Die Aufmachung muss grosszügig sein, sonst wirkt ein Sammelinserat gern kleinlich und unbeholfen. Zudem sind die Stellenanzeiger in den Tageszeitungen vielfach nach Berufsgruppen strukturiert, sodass ein Teil der Stellenausschreibung in Sammelinseraten dann am falschen Ort erscheint.

Chiffre-Inserate

Das anonyme Chiffre-Inserat weist eine ganze Reihe von Nachteilen auf: hohe Hürde für Bewerbende, längeres Bewerbungsprozedere, grössere Streuung zwischen ungeeigneten und geeigneten Bewerbern; Risiko für Bewerbende, sich bei der eigenen Firma zu melden. Es kann also nur in Einzelfällen angebracht sein.

Inserat mit Coupon

Diese Inserate sollen der Bewerberin oder dem Bewerber die Kontaktaufnahme erleichtern. Wird kaum mehr verwendet.

Erfolgskontrolle der Stelleninserate 

Die Inseratekosten sind recht hoch. Es empfiehlt sich deshalb, eine einfache Kontrolle der Erfolge vorzunehmen. Die Erfolgskontrolle listet die Anzahl der Bewerbungen auf, welche ein Inserat für die Stellenausschreibung hervorgebracht hat, und die Tatsache, ob die Stelle durch das Inserat besetzt werden konnte.

Erfolgskriterium: geeignete Bewerbungen Ein erfolgreiches Inserat zeigt sich an der selektiven Wirkung: Nicht dasjenige Inserat, das am meisten Bewerbungen zur Folge hat, ist ein erfolgreiches Inserat, sondern dasjenige, auf das sich möglichst viele geeignete Bewerberinnen und Bewerber auf die Stellenausschreibung melden.

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