Zusatzferien: Der Kauf von Zusatzferien als attraktiver Fringe Benefit

KURZ ZUSAMMENGEFASST

Zusatzferien bieten Arbeitnehmenden die Möglichkeit, ihren Ferienanspruch flexibel zu erhöhen, indem sie zusätzliche Tage gegen Lohnverzicht kaufen. Im Gegensatz zum unbezahlten Urlaub werden diese Tage wie der reguläre Ferienanspruch gehandhabt und müssen mit dem Betrieb abgesprochen werden. Die Kosten pro Tag orientieren sich in der Regel am Jahreslohn, wobei der Arbeitgeber bei längeren Abwesenheiten leicht höhere Lohnkosten pro verbleibendem Arbeitstag trägt.

Die wichtigsten Punkte:

  • Zusatzferien können den jährlichen Anspruch um bis zu 10 oder 20 Tage erhöhen.
  • Die Berechnung basiert meist auf 1/261 des Jahreslohns pro Tag.
  • Arbeitgeber tragen bei längeren Zusatzferien leicht höhere Lohnkosten pro Arbeitstag.
  • Sozialversicherungen bleiben in der Regel unberührt, solange die Arbeitszeit nur temporär reduziert wird.
  • Der Versicherungsschutz ist durch Nachdeckungsfristen von einem Monat (BVK) bzw. 31 Tagen (NBU) gewährleistet.
09.04.2026 Von: Thomas Wachter
Zusatzferien

Wie funktionieren Zusatzferien als Kaufmodell und was müssen Arbeitgeber bei der Abrechnung beachten?

Viele Firmen bieten ihren Mitarbeitenden an, zusätzliche Ferien – sogenannte Zusatzferien – zu kaufen. Diese Flexibilisierung der Arbeitszeit wird geschätzt, wenn auch oft nicht übermässig genutzt. Wie's funktioniert, lesen Sie hier.

Zusatzferien kaufen

Teilweise können Zusatzferien gekauft werden, nachdem die ordentlichen Ferientage beansprucht wurden, teilweise kann der jährliche Ferienanspruch um bis zu 10 oder 20 Tage erhöht werden. Die zusätzlichen Ferien sind mit unbezahltem Urlaub verwandt und könnten auch durch diesen ersetzt werden. Der Unterschied liegt in der Handhabung: der zusätzliche Ferienbezug ist flexibel möglich und die zusätzlichen Ferien werden wie der übliche Ferienanspruch gehandhabt. Der Bezug muss mit dem Betrieb abgesprochen werden.

Pro zusätzlichen Ferientag wird in der Regel 1/261 (0.38 Prozent) des Jahreslohns eingesetzt. Tatsächlich liegen die Kosten für den Arbeitgeber leicht höher, beispielsweise verbleiben bei 10 zusätzlichen Ferientagen 223 anstelle von 233 Arbeitstagen (die genaue Anzahl ist vom Ferien- und Feiertagsanspruch abhängig). Der rechnerische Betrag für einen zusätzlichen Ferientag beträgt dann 1/233 (0.43 Prozent) des Jahreslohnes.

Zusatzferien korrekt abrechnen

Die Berechnung der Arbeitstage und Kosten ist folgende:

 Ferienanspruch 20 TageFerienanspruch 25 Tage
Arbeitstage pro Jahr261261261261
Ferientage20202525
Feiertage (je nach Betrieb)8888
Tatsächliche Arbeitstage pro Jahr233233228228
Zusätzliche Ferientage10201020
Verbleibende Arbeitstage pro Jahr233213218208
Lohnkosten pro zusätzlichen Ferientag1/2331/2331/2281/228

Checkliste

  • Klären Sie die betriebliche Regelung für den Kauf von Zusatzferien im Voraus.
  • Stellen Sie sicher, dass der Bezug mit dem Betrieb abgestimmt und im Arbeitsvertrag geregelt ist.
  • Berechnen Sie die Kosten korrekt: 1/261 des Jahreslohns pro Ferientag als Richtwert.
  • Berücksichtigen Sie die reduzierte Anzahl an Arbeitstagen für die Lohnkosten pro Tag (z. B. 1/233 bei 10 Zusatztagen).
  • Prüfen Sie den Status in der Pensionskasse bei temporärer Lohnherabsetzung (kein Anpassung des versicherten Lohns).
  • Informieren Sie sich über die Nachdeckungsfristen für die berufliche Vorsorge (1 Monat) und die NBU (31 Tage).
  • Klären Sie, ob Ferienkürzungen bei Krankheit oder Unfall auf gekaufte Tage angewendet werden dürfen.
  • Dokumentieren Sie die Vereinbarung schriftlich, um Missverständnisse bei der Abrechnung zu vermeiden.
  • Überprüfen Sie, ob die Regelung auch für Feiertage und den spezifischen Ferienanspruch gilt.

Grundsätzliche Änderungen bei den Sozialversicherungen sind in der Regel durch die Zusatzferien nicht gegeben. Wird die Arbeitszeit und der Lohn lediglich im laufenden Jahr herabgesetzt, so dürfte es sich in rechtlicher Hinsicht um unbezahlten Urlaub handeln, der versicherte Lohn in der Pensionskasse wird nicht herabgesetzt. Dadurch sind die Pensionskassenbeiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Verhältnis zum Lohn etwas höher. Bei dauernder Herabsetzung der Arbeitszeit und des Lohnes wird hingegen der versicherte Lohn angepasst. Der Versicherungsschutz während der Zusatzferien ist durch die Nachdeckungsfrist von einem Monat in der beruflichen Vorsorge resp. von 31 Tagen in der Nichtberufsunfallversicherung gegeben, solange diese Fristen nicht überschritten werden.

Wie weit die Regelung betreffend Nachholen von Ferientagen bei Krankheit oder Unfall auf die Zusatzferien angewendet wird, ist im Betrieb zu klären. Die Ferienkürzung bei Arbeitsverhinderung kann wohl auf die «gekauften» Ferientage nicht angewendet werden.

FAQ: Zusatzferien

Was ist der Unterschied zwischen Zusatzferien und unbezahltem Urlaub?

Zusatzferien werden wie der übliche Ferienanspruch gehandhabt und sind flexibel vereinbar, während unbezahlter Urlaub oft eine rein temporäre Arbeitsverhinderung ohne Ferienstatus darstellt. Zudem sind die Abrechnungsmodalitäten bei Zusatzferien spezifisch geregelt.

Wie werden die Kosten für einen zusätzlichen Ferientag berechnet?

In der Regel wird 1/261 (0.38 %) des Jahreslohns eingesetzt. Da jedoch weniger Arbeitstage verbleiben, kann der rechnerische Betrag pro Tag leicht höher ausfallen (z. B. 1/233 oder 0.43 % bei 10 Zusatztagen).

Beeinflussen Zusatzferien die Beiträge zur Pensionskasse?

Bei einer temporären Herabsetzung der Arbeitszeit und des Lohns im laufenden Jahr bleibt der versicherte Lohn meist unverändert, was die Beiträge im Verhältnis zum Lohn leicht erhöht. Bei dauernder Herabsetzung wird der versicherte Lohn angepasst.

Gelten Nachdeckungsfristen auch für gekaufte Zusatzferien?

Ja, der Versicherungsschutz während der Zusatzferien ist durch die Nachdeckungsfrist von einem Monat in der beruflichen Vorsorge und von 31 Tagen in der Nichtberufsunfallversicherung gewährleistet, sofern diese Fristen nicht überschritten werden.

Können gekaufte Ferientage bei Krankheit gekürzt werden?

Die Anwendung der Ferienkürzung bei Arbeitsverhinderung auf gekaufte Tage ist betriebsspezifisch zu klären. Grundsätzlich kann die Kürzung auf diese Tage nicht angewendet werden, wenn dies nicht explizit vereinbart ist.

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